China warnt vor Gefahren durch faule Immo-Kredite

15. Juni 2010, 18:48
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Bankenaufsicht kritisiert die unvernünftige Kreditvergabe und sieht die Gefahr einer Kettenreaktion

Peking - Die chinesische Regierung beobachtet mit wachsender Sorge die Entwicklung der ins Kraut geschossenen Immobilienkredite. "Die Gefahr, dass 2010 Kreditanlagen zu substanziellen Risiken und Verlusten werden, hat sich erhöht", erklärte die Bankenaufsicht CBRC in ihrem am Dienstag veröffentlichten Jahresbericht. Vergleichsweise große Gefahren für die chinesischen Banken gingen von einer "unvernünftigen Kreditvergabe" an regionale staatliche Investoren aus.

Bei einigen Banken sei das Risikomanagement unangemessen gewesen, urteilte die Aufsicht. Bei der Kreditvergabe an regionale Behörden seien "ziemlich große latente Gefahren festzustellen". "Das Risiko einer Kettenreaktion bei Krediten im Immobilienbereich bedarf der Aufmerksamkeit", mahnt die Aufsicht. Sie hat in der Vergangenheit wiederholt gefordert, den Banken bei ihrer Kreditvergabe genau auf die Finger zu schauen, vor allem bei der Finanzierung von Immobilien.

Die Regierung in Peking hat den heiß gelaufenen Immobilienmarkt als eines der dringlichsten wirtschaftlichen Probleme des Landes bezeichnet. Im Mai kletterten die Preise für Wohn- und Geschäftsraum in 70 chinesischen Städten um 12,4 Prozent zum Vorjahr und damit nur wenig langsamer als im April.

Eindämmen

Angesichts des scheinbar ungebremsten Booms versucht die Regierung seit Jahresbeginn, die zuletzt massiv gestiegene Kreditvergabe einzudämmen. So hat etwa die Zentralbank die Mindestreserve-Anforderungen für Banken angehoben, um die gewaltige Liquidität zurückzufahren. Im Mai hat sich das Kreditwachstum zum Vorjahr verlangsamt, wie vergangene Woche vorgelegte Daten zeigten. Wegen der Wirtschaftskrise war es der Regierung im vergangenen Jahr noch recht, dass die Banken die Geldschleusen öffneten und Mittel für die Erholung bereitstellen. Die ausufernde Kreditvergabe schürte dann aber die Angst vor Blasen an den Finanz- und Immobilienmärkten.

Das chinesische Wachstum jedenfalls läuft auf Hochtouren. Das Bruttoinlandsprodukt wuchs im ersten Quartal mit einer Jahresrate von 12,2 Prozent. Die Ausfuhren haben längst wieder das Niveau von vor der Krise erreicht. Zeitungsberichten zufolge könnten die chinesischen Banken einen Rückgang der Immobilienpreise um bis zu 30 Prozent verkraften, ohne dass sich der Anteil fauler Kredite deutlich erhöht. (Reuters, DER STANDARD, Printausgabe, 16.6.2010)

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    Die Kreditvergabe für Immobilien sorgt Chinas Behörden.

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