Fünfttägiger Klima-Kongress in Graz

15. Juni 2010, 15:47
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Wissenschafter und Aktivisten diskutieren ab Mittwochabend Klimawandel - Forschungsprogramm zu Klimawandel-Folgen zum 3. Mal ausgeschrieben

Graz- Einen fünftägiger Kongress zum Thema Klimawandel und sozial-ökologische Transformation findet ab morgen, Mittwochabend, im Grazer "Forum Stadtpark" statt: Beteiligt sind neben Klima- und Umwelt- und Politikwissenschaftern auch internationale Umweltschutzaktivisten wie u.a. Nnimmo Bassey, Vorsitzender von "Friends of the Earth", eines der weltweit größten Umweltschutzverbände, heißt es vonseiten der Veranstalter.

Der Klimawandel und sein Niederschlag in der Wissenschaft, Politik und Ökonomie sowie die sozialen Implikationen stehen im Zentrum der Vorträge, Diskussionen, Workshops und Filmvorführungen, die das "Forum Stadtpark" gemeinsam mit einer Vielzahl zivilgesellschaftlicher Initiativen unter dem Titel "Radikaler Wandel oder Barbarei im Treibhaus" zu der mehrtägigen Veranstaltung zusammengeführt hat.

Eröffnet wird der Kongress am Mittwochabend mit einem Referat von Nnimmo Bassey, einem Protagonisten der globalen Bewegung für Klimagerechtigkeit. Er ist Vorsitzender von "Friends of the Earth International" und Leiter der nigerianischen NGO "Environmental Rights Action". Die Organisation will die nigerianische Regierung davon zu überzeugen, die verbleibenden Rohölvorkommen des Landes nicht zu fördern und eine nachhaltige Wirtschaftsstrategie aufzubauen. Für sein unnachgiebiges Engagement wurde er im Vorjahr vom "Time Magazine" mit dem Titel "Hero of the Environment" ausgezeichnet.

Als weitere Referenten wurden u.a. der Wiener Politikwissenschafter Ulrich Brand (Professor für internationale Politik an der Universität Wien), Gottfried Kirchengast (Leiter des Grazer Wegener Zentrums für Klima und Globalen Wandel), Michael Narodoslawsky (Nachhaltigkeitsforscher an der TU Graz) und die Wiener Journalistin Corinna Milborn eingeladen. 

Forschungsprogramm zum 3. Mal ausgeschrieben

 

Unterdessen hat der Klima- und Energiefonds am Dienstag die dritte Ausschreibung des Austrian Climate Research Programs (ACRP) gestartet. Das Förderprogramm ist mit fünf Mio. Euro dotiert. "Der Klimawandel und dessen Folgen sind eine große Herausforderung für unsere Gesellschaft. Um die sich daraus ergebenden Herausforderungen zu meistern, ist eine fundierte Wissensbasis sowohl für die Politik als auch für die Wirtschaft erforderlich", sagte Umweltminister Niki Berlakovich (V).

Seit dem Start des ACRP im Jahr 2008 fördert der Klima- und Energiefonds Forschungsprojekte, die verschiedene klimarelevante Themen aus wissenschaftlicher Perspektive beleuchten, wie beispielsweise Risiken und Chancen des Klimawandels für Wirtschaft und Gesellschaft. Nun geht das ACRP in die dritte Runde. Aufgrund der internationalen Bedeutung der Thematik und der Einbeziehung internationaler Experten bei der Jury findet die Ausschreibung in Englisch statt.

Das diesjährige Budget von ursprünglich 4,5 Millionen Euro wurde aufgrund der Bedeutung des Themas um weitere 500.000 auf fünf Millionen Euro aufgestockt. Die dritte Ausschreibung des ACRP startete heute, Dienstag, und läuft bis 15. September. (red/APA)

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