Wie man sich vor 100 Jahren die Zukunft vorstellte

15. Juni 2010, 15:15
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AEC in Linz zeigt in neuer Ausstellung von 15. Juni bis 9. September alte und neue Zukunftsvisionen

Linz - Alte und neue Visionen über die Zulunft stehen im Mittelpunkt der Ausstellung "Die Welt in 100 Jahren - Eine Reise in die Geschichte der Zukunft" von 15. Juni bis 19. September im Linzer Ars Electronica Center (AEC). Neben zeitgenössischen Arbeiten im Rahmen des von Ars Electronica und voestalpine ausgeschriebenen Preises "Next Ideas" stehen auch die Ideen von Vordenkern des 19. und 20 Jahrhunderts auf dem Prüfstand. Details wurden in einer Pressekonferenz am Dienstag präsentiert.

Abwegige Ideen?

Mit dem französischen Schriftsteller, Zeichner und Karikaturisten Albert Robida und dem belgischen Juristen und Unternehmer Paul Otlet stellt das AEC zwei Visionäre, deren Ideen rund 100 Jahre alt sind, ins Schaufenster. Anhand von Bildern, Videos und interaktiven Animationen wird der Besucher in die Gedankenwelt der beiden entführt und kann sich selbst ein Bild machen, ob ihre Ideen von in die Sonne drehenden Häusern, Wettermaschinen, künstlichen Inseln im Meer oder dem Vorstoß in den Weltraum tatsächlich so abwegig waren.

Robida (1848-1926) entwarf unter anderem Zukunftsszenarien, in denen jeder über einen fliegenden Untersatz verfügt. Er stellte sich vor, dass sich die Menschen über "Telephonoskope" mit der Welt vernetzen und Live-Nachrichten - etwa aus Kriegsgebieten - im eigenen Wohnzimmer empfangen können. Er sagte aber auch digitale Überwachung, permanente Reizüberflutung und sogar Spams voraus.

Vordenker des Internets

Otlet (1868-1944) war praktischer orientiert und gilt als der Begründer der modernen Informationstheorie und als Vordenker des Internets. Gemeinsam mit dem belgischen Nobelpreisträger Henri La Fontaine kreierte er die Idee einer universellen Bibliothek, die das Wissen der gesamten Menschheit bündelt und jedermann zugänglich macht.

Neben diesen rund 100 Jahre alten Zukunftsprojekten zeigt die Schau auch Ideen aus der Jetzt-Zeit: Sie stammen von kreativen Köpfen, die sich um den seit 2004 von Ars Electronica und voestalpine ausgeschriebenen, als "Stipendium" gedachten Preis "Next Ideas" beworben haben. Dabei entstanden Ideen wie Cesar Haradas Projekt "Open Sailing" - die Vision einer autarken, schwimmenden Siedlung auf dem offenen Meer - oder Bruce Baikies drahtloser solarbetriebener Internetzugang für Schulen in Entwicklungsländern. (red/APA)

  •  Albert 
Robidas Vorstellung von Bildtelefonie.
    foto: aec

    Albert Robidas Vorstellung von Bildtelefonie.

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