Polizei übernimmt Sicherung der Stadien

15. Juni 2010, 20:12
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Auch das Risiko-Spiel zwischen England und Algerien am Freitag soll von Polizeischülern bewacht werden

Kapstadt - Die Organisatoren der Fußball-WM in Südafrika haben auf den Streik der Ordner reagiert. In vier Stadien werden ab sofort Polizeikräfte die Sicherheitsaufgaben übernehmen. Auch das Spiel Brasilien gegen Nordkorea am (heutigen) Dienstagabend im Johannesburger Ellis Park ist von dieser Regelung betroffen. Das teilten WM-OK und Polizei am Dienstag mit.

Seit Sonntag fordern die von einer privaten Sicherheitsfirma engagierten Stewards die Zahlung von angeblich vorab ausgehandelten Gehältern. Nach dem Beginn des Protests in Durban weitete sich der Streik auf Kapstadt und Johannesburg aus. Die neue Regelung gilt zudem für das Stadion in Port Elizabeth.

Ordner forderten ausstehende Löhne ein

2000 Ordner zogen am Dienstag durch Durban und forderten die Zahlung aussehender Löhne. Sie warfen dem Sicherheitsunternehmen Stallion Security Consortium vor, Vereinbarungen gebrochen zu haben und forderten den Weltfußballverband FIFA auf, ihre Ansprüche zu bestätigen.

Die Polizei vereinbarte mit dem Veranstalter, in zwei WM-Städten der zuständigen Sicherheitsfirma den Ordnerdienst zu entziehen und ihn selbst zu übernehmen. Das überwiegend aus Polizeischülern bestehende Aufgebot soll auch am Freitag beim Risiko-Spiel zwischen England und Algerien diese Aufgaben übernehmen. Die Partie ist eine von elf mit erhöhtem Terrorrisiko. Das Problem: Die Polizeischüler sind für die Kontrollen auf Waffen nicht ausgebildet.

Bereits am Vorabend war es in Durban nach dem Spiel Deutschland gegen Australien zu heftigen Protesten der Ordnungskräfte und Ausschreitungen gekommen. Die Polizei hatte Gummigeschosse und Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt, die höhere Löhne gefordert hatten (derStandard.at berichtete).

Probleme gab es auch in Johannesburg, wo die Busfahrer sogar ohne Wissen ihrer Gewerkschaft streikten. Rund 1000 Fußball-Fans kamen nach dem Spiel der Niederlande gegen Dänemark im Soccer-City-Stadion (2:0) am Montag nicht mit dem Linien des Busnetzes BRT zurück ins Stadtzentrum. 'Es war ein überraschender Streik, wir wussten nichts davon', gab Tahir Sema, Sprecher der Gewerkschaft Samwu zu.

Am Dienstag gab Lisa Seftel, Chefin des Transportsystems von Johannesburg, Entwarnung: 'Die Busse fahren wieder ganz normal. Wir haben in der Nacht eine Einigung erzielt.' Die Busfahrer hatten eine Überstundenbezahlung verlangt, weil sie aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens zusätzliche Schichten einlegen mussten. (APA)

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    Stewards warten auf Geld ...

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    ... Polizeischüler machen Ordnerdienst

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