Keine Einigung für AI und PI mit Meinl Bank

15. Juni 2010, 12:36
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Wien - Eine außergerichtliche Einigung zwischen der Meinl Bank und den "Rebellen" der ehemaligen Meinl-Firmen "Airports International" (AI) und "Power International" (PI) ist gescheitert, berichtet die "Presse" in ihrer Dienstag-Ausgabe. "Die Verantwortung dafür trägt die Gegenseite, die offenbar nicht an konstruktiven Lösungen interessiert ist", sagte Meinl-Bank-Vorstand Peter Weinzierl zu der Zeitung.

Bei der Auseinandersetzung geht es um viel Geld. PI und AI verlangen von der Bank über 230 Mio. Euro. Umgekehrt hat das Institut gegen die beiden Gesellschaften Forderungen von 115 Mio. Euro offen. Nun wird der im Oktober 2009 wegen Vergleichsverhandlungen eingestellte Rechtsstreit wieder aufgenommen. Da das Management von AI und PI eine konstruktive Lösung verweigere, verliere die nicht bindende Vorvereinbarung vom vergangenen Herbst die Grundlage, erklärte die Meinl Bank am Dienstag in einer Aussendung.

PI und AI mit Sitz auf der britischen Kanalinsel Jersey wurden mit Unterstützung der Meinl Bank gegründet. Bei PI war auch Ex-Finanzminister Karl-Heinz Grasser an Bord. Beide Gesellschaften sammelten bei ihren Börsegängen hunderte Millionen Euro ein, Leadmanager war die Meinl Bank AG, die auch in die Strukturierung der Gesellschaften eingebunden war. Mit dem Geld wurden Anteile an Flughäfen und an Energiefirmen erworben. Grasser versprach den Investoren, ihren Einsatz binnen fünf Jahren zu verdoppeln, doch mit den Kursen der Zertifikate von AI und PI ging es bergab.

Kritische Aktionäre

Vor zwei Jahren setzten sich bei beiden Gesellschaften kritische Aktionäre durch und entließen bei Hauptversammlungen die Chefs. Tonangebend waren unter anderem die britische Investmentgesellschaft Elliott und diverse Hedgefonds. Ziel der Rebellen war es, alle Beteiligungen zu verkaufen und die Gesellschaften so rasch wie möglich zu liquidieren. Das Geld sollte an die Anleger ausgeschüttet werden. Doch für einige Firmen wie für Flughäfen in Italien, Sibirien und Polen konnte kein Käufer gefunden werden. Nach der im Oktober 2009 getroffenen Vereinbarung war die Meinl Bank grundsätzlich bereit, über die Übernahme der Anteile zu verhandeln. Im Gegenzug sollten sämtliche Rechtsstreitigkeiten eingestellt werden.

"Wir lassen uns nicht nicht erpressen", sagt jetzt aber Meinl-Bank-Vorstand Weinzierl laut "Presse". Die Vertreter des "international tätigen Heuschreckenfonds Elliot" hätten in den vergangenen zwei Jahren die Substanz von AI und PI ausgehöhlt, wird auch in der Meinl-Bank-Aussendung kritisiert. "Durch unprofessionelles Management wurde ein massiver Wertverlust verursacht", so Weinzierl. Als Beispiel dafür führt er den Verkauf einer Flughafenbeteiligung in der Türkei an. Hohe Kosten und Gebühren hätten zudem zu einer Verringerung der Geldbestände von AI und PI geführt. Als es noch die Verträge mit der Meinl Bank gegeben habe, seien die operativen Kosten niedriger gewesen.

Die Firmen AI und PI wollten auf "Presse"-Anfrage nicht Stellung nehmen. Aus dem Umfeld der Gesellschaften hieß es, das Management werde nächste Woche auf den Hauptversammlungen - am Dienstag, dem 22. Juni in Wien (Hotel Hilton Vienna) - alle Fragen beantworten. (APA)

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