Agrolinz Melamine will bis zu 150 Millionen Euro investieren

15. Juni 2010, 12:18
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Linz - Die Borealis-Tochter Agrolinz Melamine GmbH mit Sitz in Linz will in den kommenden Jahren bis zu 150 Mio. Euro am Standort investieren. Das berichtete Geschäftsführer Hubert Puchner in einer Pressekonferenz mit Agrarlandesrat Josef Stockinger (V) anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Pflanzennährstoffproduktion in Linz.

Die Investitionen in Anlagenteile, Infrastruktur etc. sollen sicherstellen, dass das die Produktion in den kommenden 10 bis 20 Jahren konkurrenzfähig bleibe, erklärte Puchner. Zusätzlich plant er ein Restrukturierungsprogramm, das den Output erhöhen und die Abläufe effizienter machen soll. Das Projekt startet heuer und soll 2013 abgeschlossen sein.

Das Unternehmen erzeugt jährlich rund 1,5 Mio. Tonnen Pflanzennährstoffe. Diese sowie rund 500.000 Tonnen zugekaufte Ware werden vom Tochter-Unternehmen Linzer Agro Trade vertrieben, das Kunden "vom Schwarzwald bis zum Schwarzen Meer" versorgt und damit zu den wichtigsten europäischen Großhändlern gehöre, so Puchner.

Kernmarkt

Kernmarkt ist der Donauraum. Je ein Drittel der Produktion wird per Schiff, per Bahn und auf der Straße transportiert, der Wasserweg soll künftig forciert werden. In Österreich liege der Marktanteil bei 60 bis 70 Prozent, in Bayern bei 30, in Ungarn bei 20 und im "donau-europäischen Bereich" bei bis zu 10 Prozent, berichtete Puchner. Überlegungen auch im Mittleren Osten oder in Zentralasien eine Produktion zu installieren, seien zwar in der Pipeline, aber "derzeit nicht konkret genug, um darüber zu sprechen".

Stockinger würdigte das Unternehmen zum 70er als "Teil der Industriegeschichte und der industriellen Zukunft Österreichs". Die Geburtsstunde der heutigen Agrolinz Melamine war die Errichtung der Stickstoffwerke im Jahr 1940. Daraus entwickelte sich der breit aufgestellte Konzern Chemie Linz, der in den 80er Jahren zerschlagen wurde. Mittlerweile ist die Düngemittelproduktion zu 100 Prozent im Eigentum der OMV-Beteiligung Borealis, die in Linz - ihrem größten europäischen Standort - rund 1.300 Mitarbeiter beschäftigt. 800 bis 900 davon arbeiten in der Düngemittelproduktion, der Rest im Kunststoff-Bereich. (APA)

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