JP Morgan prüft für Infineon Verkauf von Handychip-Sparte

15. Juni 2010, 11:53
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Vorige Woche bereits Gespräche mit US-Konkurrent Intel - Aktie steigt

Der Münchner Chiphersteller Infineon, der auch in Österreich produziert, hat einem Zeitungsbericht zufolge die US-Bank JP Morgan engagiert, um einen Verkauf seiner Handychip-Sparte zu sondieren. Die Investmentbanker sollten alle strategischen Möglichkeiten für die Sparte bis hin zu einer Veräußerung analysieren, berichtete die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Unternehmens- und Finanzkreise.

In den vergangenen Wochen habe Infineon bereits Gespräche mit dem US-Rivalen Intel zu dem Thema geführt. Sowohl die beiden Unternehmen als auch JP Morgan lehnten dem Blatt zufolge Stellungnahmen ab.

Nein Kommentar

Bei Infineon in Österreich wollte man die Verkaufsgerüchte auf APA-Anfrage nicht kommentieren. Am Standort Villach werden keine Handychips gefertigt, ein Teil der Entwicklung finde aber hierzulande statt, sagte eine Sprecherin.

Mitte Mai hatte die FTD berichtet, der Spartenverkauf könne Infineon zwar Milliarden einbringen. Der Verkauf sei im Konzern aber nicht unumstritten. So gelte Vorstandschef Peter Bauer als Gegner einer Veräußerung.

An der Börse haben die Spekulationen den Kurs des Halleiter-Konzerns nach oben getrieben. Die Titel setzten sich mit einem Plus von 2,3 Prozent an die Spitze des deutschen Leitindex Dax. Eine mögliche Trennung von der Handychip-Sparte sei sinnvoll, da der Konzern seinen Konkurrenten in diesem Bereich nur schwer das Wasser reichen könne, stellten die Analysten der UniCredit fest.

Infineon beliefert unter anderem den US-Computerkonzern Apple mit Komponenten für das populäre Handy iPhone und den neuen Tablet-PC iPad. Daneben stellen die Münchner auch Mikrochips für Autos, Industrieanlagen und Bankkarten her. (APA)

 

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