Hypo-Leasing Kärnten mit negativem EGT

15. Juni 2010, 11:49
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Klagenfurt - Die Hypo-Leasing Kärnten GmbH, eine Tochter der Hypo Alpe Adria Leasing-Gesellschaft, hat im vergangenen Jahr beim Ergebnis der Gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) ein Minus von 32,5 Mio. Euro hinnehmen müssen. Durch einen Forderungsverzicht der Muttergesellschaft, der selbst tief in den roten Zahlen steckenden Hypo Alpe Adria Bank, in der Höhe von 38 Mio. Euro konnte ein Bilanzgewinn von 5,5 Mio. Euro ausgewiesen werden.

Im Jahr 2008 war das EGT knapp 5 Mio. Euro im Minus gewesen, schwarze Zahlen gab es zuletzt 2007 (1,9 Mio. Euro). Parallel zum Minus im vergangenen Jahr fällt an der Bilanz, die im März erstellt wurde, der Absturz beim Umsatz auf. Dieser betrug nur noch 51,6 Mio. Euro, im Jahr davor waren es noch 200,7 Mio. Euro gewesen. Das hängt mit der Neuausrichtung der Strategie zusammen, man ziehe sich aus "risikoreichen Nischensegmenten und Cross-Border-Transaktionen" zurück, heißt es im Lagebericht. Künftig ist der Kernmarkt Kärnten, klassisches Cross-Border-Geschäft werde nicht mehr vorkommen. In Kärnten will man aus einem "gesunden Mix aus standardisiertem und risikoarmen Massengeschäft und ausgewählten Nischen, in welchen selektiv operiert wird", weitermachen.

Synergie

Sämtliche nicht für das Kerngeschäft benötigten Funktionen wurden an die Hypo Group Alpe Adria ausgelagert, dadurch sollen auch Synergiepotenziale erschlossen werden. Im vergangenen Jahr wurde insgesamt nur mehr "sehr selektiv Neugeschäft gezeichnet", Cross-Border-Transaktionen im Schiffs-Leasing wurden eingestellt. Nun soll vor allem im Kfz-Leasingbereich und bei Equipment und Finanzierungen für Erneuerbare Energie Neugeschäft an Land gezogen werden, das Neufinanzierungsvolumen für 2010 soll "sich im Ausmaß der tatsächlichen Rückführungen" in der Höhe von 25 Mio. Euro bewegen.

Die massiven Wertberichtigungen, die das im Sommer vergangenen Jahres installierte neue Management vorgenommen hat, beruhen laut den Erläuterungen zur Bilanz im Wesentlichen auf der Wirtschaftskrise, die im CEE-Raum "massiv zugeschlagen hat". Während sich Meldungen über Hunderte verschwundene Leasingyachten in Kroatien als nicht richtig herausstellten, gab es offenbar in diesem Sektor trotzdem massive Probleme. Es sei "durch massive Zahlungsausfälle zu umfangreichen Bereinigungen" gekommen, so seien zahlreiche "Einzugsboote" auf den Markt gekommen, gleichzeitig hätten die Werften extreme Rabatte gegeben, wodurch die Preise in den Keller gerutscht sind. Die Probleme in diesem Sektor sind maßgeblich verantwortlich für das schlechte Ergebnis 2009. Für 2010 ist man "vorsichtig optimistisch". (APA)

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