Europas Leitbörsen schließen fester

15. Juni 2010, 18:33
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Positive US-Tendenz verdrängt schwachen ZEW-Index und Griechenland-Abstufung

Wien - Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Dienstag erneut mit höheren Kursen geschlossen. Der Euro-Stoxx-50 schloss bereits den fünften Handelstag in Folge mit einem Gewinn von mindestens einem Prozent.

Nur im Frühhandel zeigten sich die Indizes wegen der jüngsten Abstufung der Kreditwürdigkeit Griechenlands durch Moody's im Minusbereich. Im Verlauf besserte sich die Stimmung der Anleger und wurde dann noch von positiv aufgenommenen US-Konjunkturnachrichten sowie einer starken Tendenz an der Wall Street gefestigt. Ein enttäuschender deutscher ZEW-Konjunkturindex wurde weitgehend ignoriert.

Stark zeigten sich wieder einmal Werte aus dem Finanzbereich. Die UniCredit-Papiere verteuerten sich um 3,97 Prozent auf 1,913 Euro. Mehr als drei Prozent zogen auch BNP Paribas und Intesa San Paolo an. Societe Generale gewannen deutlich um 3,87 Prozent auf 36,40 Euro. Die französische Großbank will mit einem Umbau des eigenen Geschäfts zu Milliardengewinnen zurückkehren und 2012 einen Überschuss von sechs Milliarden Euro erzielen.

Einen sehenswerten Kurssprung absolvierten die Aktien von British Sky Broadcasting (BSkyB) mit plus um 16,57 Prozent auf 700,00 Pence hoch. US-Medienmogul Rupert Murdoch will den britischen Pay-TV-Anbieter komplett übernehmen. Der Sender signalisierte zwar grundsätzlich Zustimmung, allerdings liegen die Preisvorstellungen noch auseinander. Murdochs Unternehmen News Corporation bietet bislang 700 Pence je Aktie, BSkyB fordert 800 Pence.

Infineon-Papiere gewannen 3,38 Prozent auf 5,107 Euro. Laut der "Financial Times Deutschland" erwägt der Chipkonzern eine Trennung von seiner Handychip-Sparte, die nach wie vor als Sorgenkind gilt. JPMorgan wurde demnach damit beauftragt, die strategischen Möglichkeiten zu analysieren. Analysten bewerteten dies überwiegend positiv.

Deutlich negativ fielen die Aktien von Heidelberger Druck auf. Beeindruckt von einer geplanten Kapitalerhöhung gaben die Aktien des Druckmaschinen-Herstellers um 8,38 Prozent auf 7,978 Euro nach. 420 Millionen Euro wollen die Heidelberger einsammeln, um ihre Schulden abzubauen und zugleich seine Eigenkapitalstruktur zu verbessern. (APA)

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