Radeln für mehr Organspenden

15. Juni 2010, 10:11
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Sportverein für Transplantierte und Dialysepatienten will Transplantierte zu mehr Bewegung motivieren

Am 22. Juni ist Heidelberg das sechste Etappenziel der „Radtour pro Organspende" des Vereins TransDia e.V.: Insgesamt rund 40 Herz-, Leber-, Lungen- und Nierentransplantierte sowie Dialysepatienten radeln in zehn Tagen rund 1.000 Kilometer weit von der Schweiz nach Düsseldorf, um für die Organspende zu werben und anderen Betroffenen Mut zu machen.

Bevölkerung sensibilisieren, Betroffene ermutigen

Mit der „Radtour pro Organspende" vom 17. bis 26. Juni möchten die Radler des Sportvereins für Transplantierte und Dialysepatienten TransDia e.V. die Bevölkerung für das Thema Organspende sensibilisieren und zeigen, dass eine Organspende Betroffenen zu einem aktiven und sehr lebenswerten Leben verhelfen kann. Außerdem wollen sie auch Ärzten und Pflegepersonal den Erfolg ihrer Arbeit "vor Augen führen" und für ihr Engagement danken: Stationen der Radtour sind daher u.a. Kliniken mit Transplantationszentrum und Krankenhäuser, die sich hinsichtlich Organspende engagieren. Nicht zuletzt bedanken sich die Betroffenen auf diesem Weg indirekt auch bei den Angehörigen ihrer Organspender.

Sport hat gerade für Transplantierte eine besondere Bedeutung: Das neue Organ ist ein wertvolles Geschenk, das gepflegt und erhalten werden will. Sport und Bewegung helfen das Organ funktionsfähig zu halten, die Lebensqualität zu verbessern und Nebenwirkungen der Immunsupressiva abzumildern. Transplantierte wieder zu Sport und Bewegung zu motivieren, ist daher eines der Ziele des Vereins TransDia, der 1882 als Sportverein für Nierentransplantierte in Husum gegründet wurde. Inzwischen ist der Verein offen für Herz-, Leber-, Nieren- und Lungentransplantierte, Dialysepatienten sowie Angehörige oder auch Menschen aus ganz Deutschland, die nicht betroffen, aber dem Thema positiv gegenüber stehen. Im Mittelpunkt steht das Mitmachen, jeder so wie er kann.

Ein weiteres Ziel des Vereins ist es, in der Öffentlichkeit für die Organspende zu werben, stellvertretend für die 12.000 Patienten, die in Deutschland auf den Wartelisten für ein Spenderorgan stehen.

Die sechste Etappe der Tour führt die Radler 70 Kilometer von Karlsruhe über Germersheim und Speyer nach Heidelberg. Am 23. Juni geht es dann weiter nach Mainz mit einer Verschnaufpause im Universitätsklinikum Mannheim.

Entgegen dem bundesweiten Trend

Das Transplantationszentrum des Universitätsklinikums Heidelberg ist mit 97 Leber-, 143 Nieren- und 9 kombinierten Pankreas-Nieren-Transplantationen im Jahr 2009 eines der großen Zentren in Deutschland und das bei weitem größte im süddeutschen Raum. Die Zahl der Herztransplantationen blieb mit 25 konstant. 57 Nierentransplantationen nach einer Lebendspende machen Heidelberg zudem zum führenden Zentrum für Nierenlebendspende in Deutschland. 2009 stieg entgegen dem bundesweiten Trend die Anzahl der Organspenden am Universitätsklinikum: Bei 19 Verstorbenen wurde eine Organentnahme realisiert - die Spitzenposition bei den Universitätsklinika in Baden-Württemberg.(red)

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