Conwert will Eco Business-Immo ganz

15. Juni 2010, 15:28
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Conwert hält derzeit 24,9 Prozent an der Eco Business-Immobilien AG - eine hundertprozentige Übernahme wird angestrebt

Wien - Die conwert Immobilien Invest SE will die ebenfalls an der Wiener Börse notierte Eco Business-Immobilien AG schlucken. Am Dienstag gab conwert, die bereits knapp 25 Prozent an Eco Business hält, ein Übernahmeangebot für alle Aktien ab. Sollten ihr mehr als 90 Prozent angeboten werden, wird es zu einem Squeeze-out kommen, kündigte conwert-Chef Johann Kowar vor Journalisten an. Mindestens aber will conwert am Ende der Transaktion gut 60 Prozent an Eco-Business halten. Die Genehmigung durch die Kartellbehörden sieht Kowar als "Formalakt".

conwert, genauer die conwert Management, managt derzeit die Eco-Immobilien. Daran soll sich durch den Deal auch nichts ändern, bei einer hundertprozentigen Übernahme würde aus dem externen Managementvertrag ein internes Dienstleistungsverhältnis.

Als Kaufpreis bietet conwert den Eco-Aktionären 6,50 Euro je Aktie in bar, das ist ein Aufschlag von 16,5 Prozent gegenüber dem Schlusskurs von Montag (5,58 Euro) bzw. eine Prämie von 34,3 Prozent gegenüber dem Durchschnittskurs der letzten 6 Monate. Nach Bekanntgabe des Angebots stiegen die Eco-Anteilsscheine um etwa 15 Prozent auf gut 6,40 Euro. Die conwert-Aktie legte um rund drei Prozent zu.

Mittelaufbringung ohne Kredit

Sollten alle im Streubesitz befindlichen Aktien angedient werden, würde dies conwert maximal 166,5 Mio. Euro kosten. Die Mittel könnten voraussichtlich auch ohne Kreditaufnahme aufgebracht werden, sagte Kowar. Da man dem Streubesitz die üblichen drei Monate Nachfrist gewähren werde, sei der Abschluss des Geschäfts (Closing) erst im November zu erwarten.

Für den Deal sei die Zeit günstig gewesen, einen speziellen Anlass habe es nicht gegeben. Aber der Börsenwert der Eco-Business liege deutlich unter dem Buchwert. Das sei für Streubesitz wie auch conwert als Großaktionär unbefriedigend und liege unter anderem an der Größe von Eco-Business. Mit der Übernahme könne man "verborgenen Werte (...) rasch und effizient heben". Für conwert sei diese Transaktion wert- und ertragssteigernd, sodass sich sowohl die Finanzergebnisse als auch der Buchwert je Aktie erhöhen würden.

Der Präsident des Interessenverband für Anleger (IVA), Wilhelm Rasinger, betonte am Dienstag, dass das conwert-Übernahmeangebot für die Eco Business in Höhe von 6,50 Euro je Aktie bei weitem nicht den wahren Wert der Eco widerspiegle. Bei einem Squeeze-out der Eco-Minderheitsaktionäre oder einer Verschmelzung der Eco mit der conwert müsste diese daher - auf Basis von Bewertungen - noch einiges drauf legen, so der IVA-Chef am Dienstag zur APA. Rasinger schätzt den Net Asset Value (NAV) der Eco auf "etwas über 10 Euro" pro Aktie. Bezahlen könnte conwert den bei einer Komplettübernahme auf NAV-Basis etwas teureren Eco-Deal am besten mit eigenen Aktien, da auch diese unter ihrem wahren Wert, notierten.(APA)

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