Amato: Europa definiert sich durch Ausgrenzung

14. Juni 2010, 18:45
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Italiens Ex-Premier: Spannungen drohen das demokratische Zusammenleben zu zerstören

Der aufblühende Nationalismus werde auch in Europa durch Religion unterstützt. Das demokratische Zusammenleben in Europa sei in Gefahr. Dies befürchtet Italiens Ex-Premier Giuliano Amato. Beim Round Table "Die Religion im öffentlichen Raum" in Mailand analysierte Amato den Trend: Die europäische Kultur definiere sich derzeit dadurch, "gegen" die anderen zu sein, Spannungen drohten das demokratische Zusammenleben zu zerstören.

Mailand machte den Anfang in der Debatten-Reihe über "Themen, die Europa bewegen" . Berlin, Breslau und Wien werden folgen. Veranstalter sind der Corriere della Sera, die Gazeta Wyborcza, Die Welt und der Standard.

Die Religion sei eine wertvolle Ressource, um die soziale Kohäsion zu festigen. Sie tauge aber nicht als Norm für die gesamte Gesellschaft, meinte Krystsztof Michalski, Rektor des Wiener Instituts für die Wissenschaften vom Menschen. Vor diesem Hintergrund warnte Adam Michnik, Herausgeber der Gazeta Wyborcza, vor der wachsenden Intoleranz mancher katholischen Medien wie etwa Radio Maryja. Während des Kommunismus galt Polens katholische Kirche als Asyl für die vom Regime angegriffene menschliche Würde. Zuletzt habe sich diese Rolle ins Gegenteil gekehrt. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand/DER STANDARD, Printausgabe, 15.6.2010)

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