Deutschland

Ministerin droht Unterneh­men mit Frauenquote

Birgit Baumann, 14. Juni 2010, 17:34

Sollten bis 2015 nicht zwanzig Prozent der Dax-Vorstände weiblich sein, will Kristina Schröder die Quote per Gesetz durchsetzen

Kristina Schröder (CDU), deutsche Ministerin für Frauen und Familie, verschärft die Gangart: Sollten bis 2015 nicht zwanzig Prozent der Dax-Vorstände weiblich sein, will sie diese Quote per Gesetz durchsetzen.

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"Eine Quote ist für mich immer nur die Ultima Ratio. Sie ändert nichts an den Ursachen, sie doktert nur an den Symptomen 'rum. Ich bin skeptisch, lehne sie aber nicht völlig ab." Diese Worte sprach die deutsche Frauen- und Familienministerin Kristina Schröder (CDU) noch vor drei Monaten bei einem Kongress in Berlin, der sich mit dem Thema "Frauenförderung in Unternehmen" befasste. Daran nahm auch ihre österreichische Kollegin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) teil. Vor allem bei den männlichen Parteikollegen Schröders war danach doch eine gewisse Erleichterung zu bemerken.

Doch nun hat die Ministerin ihre Meinung geändert und strafft in einem Interview mit dem Handelsblatt die Zügel. Zum ersten Mal nennt sie eine konkrete Zielmarke: Bis 2015 soll der Anteil der Frauen in den Vorständen der börsennotierten deutschen Unternehmen 20 Prozent betragen. "Das halte ich für machbar. Zwar nicht für jede Branche einzeln, aber im Schnitt" , sagt Schröder.

Gelingt dies nicht, dann sollen Unternehmen ab 2015 per Gesetz zur Einhaltung der entsprechenden Quote gezwungen werden. Schröder: "Ich kann nur so lange guten Gewissens auf eine Quote verzichten, solange ich in der Wirtschaft eine stetige Verbesserung sehe. Das ist aktuell so, aber wir brauchen eine ständige Veränderung in die richtige Richtung. Das Beste an einer angedrohten Quote ist, dass sie wie ein Damoklesschwert wirkt."

Um den Druck zu erhöhen, will Schröder zunächst gemeinsam mit der deutschen Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) eine sogenannte Berichtspflicht über die Besetzung von Spitzenpositionen in Unternehmen einführen. Dies hat Schwarz-Gelb bereits im Koalitionsvertrag vereinbart. Das Ziel: Unternehmen sollen individuelle Frauenquoten festlegen und veröffentlichen.

Telekom preschte vor

Dazu hat sich bisher nur ein großes Unternehmen aufgerafft: Die Telekom. Deren Chef, René Obermann, kündigte an, bis 2015 30 Prozent aller Toppositionen des ehemaligen Staatskonzerns mit Frauen besetzen zu wollen.

Aktuell schaut es in den Vorständen deutscher Firmen, die an der Börse notiert sind, ernüchternd aus. In 160 Konzernen gibt es 21 Frauen in Vorständen, das sind weniger als drei Prozent. Dieser Mini-Schar der Frauen stehen 686 Männer gegenüber. Besonders rar sind Frauen in den Dax-Konzernen, jenen dreißig umsatzstärksten Unternehmen, die den deutschen Aktienindex Dax widerspiegeln.

Es gibt aktuell nur zwei weibliche Vorstände (Siemens, SAP). Am 23. Juni kommt noch eine Frau bei Eon dazu, die vierte im Bunde wird ab 1. Juli die Österreicherin Brigitte Ederer (Siemens) sein.

Im Gegensatz zu Deutschland und Österreich gibt es in Norwegen bereits seit 2008 eine gesetzliche Frauenquote von 40 Prozent. (Birgit Baumann, Berlin, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 15.6.2010)

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11 Postings
StandardLeser2
00
Soll der Staat die Wirtschaft beherrschen?

Also mir fallen da eigentlich nur Negativbeispiele ein: Von ÖBB und Konsum, Baway und Bank Burgenland, UdSSR und Kuba, NS Deutschland und Francos Spanien.

Peter_23
00
17.6.2010, 20:16
In Deutschland drohen sie nur

In Österreich längst Realität. Siehe dazu heute Meldungen zum ORF.

StandardLeser2
00
machs der Wirtschaft doch recht schwer,

machs der Wirtschaft doch recht schwer,
umso leichter schimpfts sichs hinterher

*hihihi*

Richard Ebner
08
15.6.2010, 07:27
Ich halte das für einen schwerwiegenden ...

... Eingriff ins Privateigentum, der wahrscheinlich nur der Anfang ist.
Ich finde, dass einzig die Aktionäre - über den von Ihnen beauftragten Aufsichtsrat - darüber entscheiden dürfen, wer das Unternehmen, das ihnen gehört, managt.
Und wenn die entscheiden, dass es lauter Männer sein sollen, geht das den Staat nichts an.
Und wenn die entscheiden, dass es lauter Frauen sein sollen, geht das den Staat ebensowenig an.

StandardLeser2
00
die Gender-Politik schnappt völlig über

.. und die Medien lieben diese Schlagzeilen!!

divide et impera - teile und herrsche

Wenn man und frau sich in die *** haun,
dann regiert sichs vielleicht unbeschwerter..

grazistanders
00
16.6.2010, 16:37
Emanzipation - Wo sind die Frauen? Die interressiert sich gar nicht

Mindestens gleich viele Frauen bitte zum Bundesheer.
Mindestens gleich viele Frauen bitte zum Bau und in das Holzgewerbe sowie Maschinen bau KFZ und Metall. Mindestens gleich viele Frauen bitte zum Kanalreinigen. Mindestens gleich viele Frauen bitte in die Technik. Interressiert die meisten Frauen ja nicht... Tja ich kann da als Mann nur sagen, schert euch endlich um eure Berufe. Am Arbeitsmarkt herscht reges Treiben und ohne eine festes Ziel wird man auch keinen gut bezahlten Job bekommen. Außerdem haben Frauen in soviel anderen Bereichen Vorzüge. Als gäbe es auf der Welt keine anderen Probeme....

Hr. Wolf
00
15.6.2010, 06:18

Hat die gute Dame auch schon mit den Aktionären dieser DAX-Unternehmen gesprochen??

herr kommentator
05
14.6.2010, 21:19

bitte, auch 20% der lkw-fahrer und kanalräumer müssen frauen werden, oder gehts nur um die jobs mit viel knete ohne verantwortung und stress?

bankenfreund
00
15.6.2010, 12:15
na geh, sicher nicht ;-)

vor allem der enorme effekt, wieviele personen würde das betreffen? ein sozialer umbruch bahnt sich an *g*

p c2
12
14.6.2010, 18:36
"Eine Quote ist für mich immer nur die Ultima Ratio

ultima ratio.

scheint ein modewort geworden zu sein bei deutschen politikerinnen.

nun ja, es ist ja auch einfacher etwas als alternativlos darzustellen als jeweils den kern des problems auch nur anzusprechen.

obwohl, ich weiss nicht wo in diesem fall überhaupt ein problem sein soll?

vielleicht ist dieser tussi ja auch nur langweilig.

StandardLeser2
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SP-PolitikerInnen leben in Ultimo Ratio

SP-PolitikerInnen leben in Ultimo Ratio

Ein Gespräch, wenn möglich, mit ihren Müttern und Vätern würde sicher Aufschlussreiches ans Tageslicht bringen.

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