Autosektor weltweit vor Konsolidierungswelle

14. Juni 2010, 16:33
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Mehr als die Hälfte der euro­päischen Zulieferer sind aktuell schwer angeschlagen, auch die kommenden Jahre werden nicht viel besser sein

München - Die Automobilindustrie steht einer Studie zufolge weltweit vor einer Konsolidierungswelle. Vor allem die Zulieferer werden in den kommenden Jahren weiterhin Krisen ausgesetzt sein, heißt es in der Studie "Automotive Review 2010" der Unternehmensberatung Alix Partners, die am Montag vorgestellt wurde.

Etwa 54 Prozent der europäischen Autozulieferer sind der Studie zufolge finanziell schwer angeschlagen. Das ergebe sich aus den Zahlen von 2009. Nur 7,0 Prozent der europäischen Zulieferer sind demnach finanziell gesund. Insgesamt setzte die Autoindustrie im vergangenen Jahr weltweit nur 63,3 Millionen Fahrzeuge ab, 2007 waren es noch 69,5 Millionen. Vor allem in Nordamerika, Japan und Europa brach der Absatz stark ein. Dagegen stieg die Nachfrage in China.

Für das Gesamtjahr 2010 erwarten die Experten von Alix Partners weltweit einen Anstieg des Autoabsatzes um etwa 7,0 Prozent auf rund 68 Millionen Fahrzeuge. Dabei befindet sich Nordamerika in einer Wachstumsphase. Die Unternehmensberater rechnen hier mit einem Absatzanstieg um 12,0 Prozent. Europa wird voraussichtlich einen Rückgang von 10 Prozent hinnehmen müssen.

"Eine grundlegende Konsolidierung der Automobilindustrie steht in Europa noch aus. Sie ist unbedingt notwendig, wenn die Unternehmen der Autoindustrie nicht weiterhin in besonderem Maße krisenanfällig bleiben sollen", sagt Vinzenz Schwegmann, Managing Director bei Alix Partners. Der weltweite Autoabsatz soll sich 2014 nach Einschätzung der Unternehmensberater auf rund 87 Millionen Fahrzeuge erhöhen. (APA/apn)

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    foto: epa
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