Straßenschlacht zwischen Fußball-Ordnern und Polizei
15. Juni 2010, 12:17
foto: ap/thanassis stavrakis
Polizistin bewacht festgenommene Ordnerinnen
Stewards protestierten gegen Lohnkürzung - Demonstration mit Tränengas und Gummigeschoßen aufgelöst
Durban - Nach dem Eröffnungsspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika hat die Polizei am Sonntagabend mit Tränengas und Gummigeschossen eine Demonstration von WM-Arbeitern aufgelöst. Die rund 500 als Ordner im Stadion von Durban eingesetzten Arbeiter protestierten in der Tiefgarage unter dem Moses Mobhida Stadion gegen eine Lohnkürzung.
'Sie waren unglücklich über die Löhne, die sie von ihren Arbeitgebern erhalten. Also wurden sie ungehorsam', sagte Polizeisprecherin Phindile Radebe. Der Tageslohn der Stewards war von umgerechnet 22 Euro pro Tag auf 17 Euro reduziert worden.
Gummigeschoß verletzt Demonstrantin
Die bewaffneten Polizisten trieben die Demonstranten aus dem Stadion. Mindestens eine Frau wurde von einem Gummigeschoss verletzt. Sie soll eine Stunde lang vor dem Stadion gelegen haben, bevor eine Ambulanz abholte . Nachdem die Polizei den Arbeitern eine zehnminütige Frist setzte, löste sich der Protest auf. Mindestens zwei Teilnehmer wurden festgenommen, einer von ihnen übergab der Polizei eine Pistole.
Bereits beim Confederations Cup vor einem Jahr hatte es Proteste von Mitarbeitern privater Sicherheitsfirmen gegeben, weil ihnen weniger als der zugesagte Lohn gezahlt worden war. Die WM-Organisatoren hatte damals darauf hingewiesen, dass sie lediglich die Firmen engagierten, aber keinen Einfluss auf deren Geschäftsgebaren hätten.
Die WM-Organisatoren beraumten umgehend ein Treffen mit Vertretern der Sicherheitsfirma und deren Angestellten an. 'Wir werden die Angelegenheit in einem Meeting umgehend klären, damit so etwas bei der WM nicht noch einmal passiert', sagte Rich Mkhondo, Sprecher des Organisationskomitees.
Mit dem Lohnstreit hätten die FIFA und das OK aber nichts zu tun, erklärte Maignot und Mkhondo überseinstimmend. 'Wir mischen uns nicht in die Arbeitsverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein', sagte Mkhondo. Ob die Sicherheitsfirma auch an anderen Spielorten im Einsatz ist, blieb zunächst ungeklärt. (red/Reuters)
sie bestellen eine WM, egal was es kostet
sie diktieren, wo die Stadien zu stehen haben, egal was es kostet - und egal was damit danach gemacht werden kann
sie beauftragen mit allem, was sie als verantsalter zu bezahlen haben, die billigsten anbieter
und sagen dann: sie hätten keinen einfluss...
ein tolles sittenbild unserer geldgeilen gesellschaft.
"Wir mischen uns nicht in die Arbeitsverträge zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ein". Nein, es wird bloß der billigste Anbieter genommen, wie der seine Dumping-Preise erzielt interessiert dann niemanden mehr, man hat schließlich dann einen Zwischenhändler auf den man sich ausreden kann.
Wenn es einer Organisation um etwas anderes als nur um Geld geht dann kann sie sich natürlich einen Einfluss im Vertrag einräumen, dann kann sie arbeitsrechtliche und soziale Kriterien als Teil der Ausschreibung definieren. Das nicht zu tun ist freie Entscheidung und damit Verantwortung der Organisatoren.
D.h. es gab sechs weitere Sicherheitsfirmen, die sich beworben hatten und teurer waren, und keine Sicherheitsfirmen, die billiger waren? Wer waren die Unterzeichner beim Vertrag zwischen FIFA und der billigsten Sicherheitsfirma?
ich weis nicht, wie Pareidolic das macht, aber ich kaufe zwar nicht den teuersten, aber immer das, was mir die beste Qualität zu einem noch akzeptablen Preis bietet.
Was für eine Frechheit, dass sich diese Frauen für die versprochenen Löhne einsetzen und das während der WM! -sarkasmus off-
Natürlich trägt die FIFA die Verantwortung für diese Missstände, sie könnte ja auch einfach Mindeststandards für Subunternehmer einsetzen. Stattdessen versickert das Geld in Mafiösen Strukturen und Schmiergeldern.
Diese ganze Sprotindustrie ist nur noch ein großes Geschäft und wenn ich auch nichts mit Fußball- Hooligans gemeinsam habe, verstehe ich deren Forderung, dass Sport wieder Sport sein soll, nicht mehr nur Geschäftemacherei.
wieso strassenschlacht? eine demo, die aufgelöst wurde ist doch keine strassenschlacht. von 22 auf 17 ist ein viertel weniger, da würden viele protestieren...
... ich erinnere mich so dunkel, dass die Fifa bei der Europameisterschaft 2008 Milliardenprofite gemacht und gleichzeitig von den Gastgeberstaaten verlangt hat für enorme öffentliche Investitionen (KLagenfurter Stadion usw.) aufzukommen, weil das derart viel "Umwegrentabilität" (oder so was ähnliches) erzeugt. Würde mich wundern wenn es diesmal anders wäre.
wennst eine "fair-trade-wm" haben willst, musst du sie selber organisieren. und wer glaubt, dass schwarze mit ihren "mitbrüdern" besonders mitfühlend umgehen, dem ist nicht zu helfen.
was soll denn da dran rassistisch sein? kasperle...
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