Metro will mit Zustel­lungen Umsatz ankurbeln

14. Juni 2010, 15:47
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Seit zwei Jahren bietet der Großhändler bereits eine österreichweite Zustellung an, der Eigenmarkenanteil soll steigen

Wien - Der Großhändler Metro Cash & Carry will mit Zustellungen und einer Verstärkung der Eigenmarken weiter wachsen. Auch in die Erneuerung der Märkte werde investiert. Für neue Standorte seien Österreichs Städte zu klein, sagte Hans Gerhard Degen, Generaldirektor von Metro C&C in Österreich, anlässlich des "Regal Branchentreffs". Im internationalen Vergleich liege die Performance der Österreich-Tochter des deutschen Handelskonzerns jedenfalls "ganz weit vorne", zeigte sich der Österreich-Chef stolz.

Um die stark steigende Nachfrage in diesem Bereich Zustellung erfüllen zu können, werden nun 3 bis 4 Mio. Euro in zehn zusätzliche Schnelldrehlager investiert, kündigte Degen an. In diesen Bereich "legen wir derzeit alle Kraft hinein". Alle Länder, in denen Metro tätig ist, hätten den Auftrag, eine eigene Zustellung zu implementieren.

Derzeit liege der Umsatz-Anteil, der über die Zustellung generiert wird, in Österreich bei 10 Prozent - für Degen "zu wenig". Ziel sei es, "wesentlich mehr" zu erreichen, gab sich der Österreich-Geschäftsführer bedeckt. Es handle sich aber um eine "wichtige Maßnahme, um mehr Umsatz zu machen".

Weitere Investitionen seien in die Erneuerung der Märkte geplant. Zuletzt sind 16 Mio. Euro in den Standort in Linz geflossen. Für den Standort in Simmering werde derzeit ein Remodeling diskutiert.

Die im Zuge der Wirtschaftskrise in und um Österreich entflammte Preisdiskussion im Handel hat auch vor Metro nicht Halt gemacht. Die Österreicher suchten preiswerte Produkte, wollten aber auch Qualität, so Degen. Metro investiere daher weiterhin in Eigenmarken und wolle den Eigenmarkenanteil heuer von 15 auf 17 Prozent ausbauen, bis 2012 auf 20 Prozent.

Mit "hellblauem Auge" durch 2009

Metro Cash & Carry Österreich betreibt mit 2.300 Mitarbeitern zwölf Großmärkte auf einer Gesamtverkaufsfläche von 140.500 m2. Der Jahresumsatz lag 2009 bei 800 Mio. Euro (2008: 808 Mio. Euro). Das Ergebnis ist im Vorjahr auf Grund geringerer Preise im Handel leicht gesunken, 2010 sei das "kein großes Thema mehr", so Degen. Mit Kosteneinsparungen und Aktionen in Richtung Kunden habe man gegengesteuert. Damit sei es gelungen, 2009 mit einem "hellblauen Auge" bei Umsatz und Ergebnis abzuschließen, zeigte sich Degen zufrieden.

Wenngleich die Krise noch nicht vorbei sei, so habe bei Metro das Jahr 2010 "wesentlich besser" als 2009 begonnen. Die Maßnahmen vor allem für die Gastronomie und in punkto Sortiment tragen Früchte bei den Kunden. Metro C&C ist die Nummer eins am österreichischen C&C-Markt.

Die Metro Group erzielte 2009 einen Umsatz von 65,5 Mrd. Euro und ist damit Deutschlands größter Handelskonzern. Das Unternehmen ist in 33 Ländern an 2.100 Standorten tätig und beschäftigt rund 300.000 Mitarbeiter. Zur Gruppe zählen neben dem Selbstbedienungsgroßhandel Metro/Makro Cash & Carry auch die Real SB-Warenhäuser, Media Markt und Saturn sowie Galeria Kaufhof Warenhäuser.

C&C-Märkte betreibt Metro 670 weltweit in 30 Ländern, kommende Woche eröffnet der erste Markt in Ägypten. Der Markteinritt in Indonesien werde geprüft. Die Expansionspolitik konzentriere sich derzeit auf Russland und Asien.

Beim "Regal Branchentreff" findet traditionell auch die Verleihung des Branchenpreises "Goldenes Regal" statt. Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner bekräftigte bei der Preisverleihung heute, dass der Handel 2009 eine wesentliche Stütze der österreichischen Wirtschaft gewesen sei - auch weil er stimmungsmäßig Optimismus verbreitet habe. Umso wichtiger sei es, "dass wir im Rahmen der notwendigen Budgetkonsolidierung richtig, intelligent und kreativ sparen", so der Minister. (APA)

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