Kroatien mit weniger Touristen in der Vorsaison

14. Juni 2010, 15:41
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Bis Ende Mai Rückgang um sechs Prozent - Auch heuer wieder schwierige Saison erwartet - Tourismusministerium gibt 20 Euro Bonus pro Fluggast

Zagreb - Der Vorjahrestrend scheint sich fortzusetzen: Wegen der Krise ist die Zahl der Kroatien-Touristen in den ersten fünf Monaten 2010 um 6 Prozent zurückgegangen. Von Jänner bis Mai besuchten 1,4 Millionen Gäste die kroatische Küste, die Zahl der Übernachtungen stieg auf 5 Millionen, was ein Plus von 2 Prozent darstellt, hieß es seitens der Tourismusvereinigung (HTZ). Die kroatischen Touristiker bleiben angesichts der Zahlen für die Hauptsaison optimistisch. 2010 werden 10 Millionen Gäste an der Küste erwartet.

1,1 Million ausländische Touristen kamen in der heurigen Vorsaison an die Adria, was ein Minus von vier Prozent zum Vergleichszeitraum im Vorjahr bedeutet. Im Mai allein gab es mit 640.000 Besuchern um 5 Prozent weniger Touristen als im Mai 2009, mit 2,6 Millionen Übernachtungen aber ein Wachstum von 4 Prozent. 285.000 kroatische Gäste, um ganze 12 Prozent weniger als 2009, kamen zwischen Jänner und Mai an die Küste urlauben. Die Übernachtungen bei den Einheimischen sanken mit 791.000 um 10 Prozent.

Außer der Gespanschaft Dubrovnik, die einen Besucherwachstum von 2 Prozent verzeichnete, gingen in allen anderen Gespanschaften an der Küste die Besucherzahlen zurück. Tourismusminister Damir Bajs glaubt, dass sich der Negativtrend in der fortlaufenden Saison dennoch umkehren könnte.

Herausforderung

Die kroatische Wirtschaftskammer bereitet sich auf eine "schwierige und herausfordernde Saison" vor. Ein Grund dafür sei, dass sich eine große Anzahl von Gästen in letzter Minute für einen Kroatien-Urlaub entscheiden werde, sagte Franco Palma, Präsident des Tourismusrats der Kammer in einer Pressekonferenz vergangene Woche. Die größten Probleme bisher hatten Hoteliers, Restaurants, Souvenirgeschäfte und andere Händler. Touristen würden weiterhin reisen, doch weniger Geld als vor der Krise ausgeben, sagte Palma. Das schlechte Wetter und die Aschewolke, vor allem für die Flugdestinationen Dubrovnik und Dalmatien, hätten das ihre zum bisher schlechten Verlauf der Vorsaison beigetragen, so Palma.

Trotz isländischer Aschewolke erwarten die kroatischen Flughäfen 2010 ein Wachstum von 6 Prozent. Laut Tourismusministerium könnte sich in der heurigen Saison die Anzahl der Touristen, die per Flugzeug kommen auf 600.000 verdoppeln. Denn der rein touristische Flugverkehr wird vom Ministerium mit 7,8 Mio. Euro unterstützt. Jede Fluglinie oder Agentur, die Gäste per Flugzeug nach Kroatien lockt, bekommt 20 Euro Unterstützung pro Tourist. 70 Fluglinien fliegen die Tourismusdestination Kroatien an, wobei 30 Prozent von ihnen Billigflieger, 40 Prozent reguläre Linien und 30 Prozent Charterflieger sind.

Trotz der Ansagen des Ministers sind die in Kroatien tätigen Touristiker skeptisch und wünschen sich mehr Einsatz. So verlangt der Präsident der kroatischen Hoteliervereinigung und der Miteigentümer der Wiener Epic-Tochter Valamar, Georg Eltz, mehr Einsatz rund um den Flughafen in Pula. "Da wäre die Regierung gefordert, die Investitionen zurückzuzahlen", sagte er in Hinblick auf die Investitionen der privaten Hoteliers in Istrien.

Tourismus wichtig

In den vergangenen eineinhalb Jahren investierten Private rund 1 Mrd. Kuna (138,2 Mio. Euro). 2008 waren es 4,5 Mrd. Kuna, sagte Eltz. Wieviel Anteil der Tourismus an der kroatischen Wirtschaft hat, dazu gibt es keine zuverlässigen Zahlen. Laut Statistikamt war es im Vorjahr 14,4 Prozent am BIP. Die Hoteliers sprachen von 22 Prozent, das Tourismusministerium von drei Prozent. Die Umsatz ging 2009 um 15 Prozent beziehungsweise 1 Milliarde Euro zurück.

Für den weiteren Verlauf des Sommers blieb Eltz im APA-Gespräch optimistisch. "Wir sind nicht nervös, dass wir die Hauptsaison nicht verkaufen können." Das Booking hat laut der Tourismusvereinigung heuer zugenommen. Der Zuspruch für private und leistbare Unterbringung, Appartements und Camps sei bisher größer als jener für Hotels und Jachthäfen. (APA)

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