AgBank muss bei Börsengang zurückstecken

14. Juni 2010, 15:20
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IPO dürfte sieben Milliarden Dollar weniger als zunächst geplant einbringen

Hongkong - Die staatliche Agricultural Bank of China (AgBank) muss wegen des schwachen Marktumfeldes das Ausgabevolumen ihres geplanten Mega-Börsengangs deutlich reduzieren. Das Kreditinstitut gehe nur noch von einem Emissionserlös von bis zu 23,1 Mrd. Dollar (18,9 Mrd. Euro) aus, wie aus den am Montag veröffentlichten IPO-Unterlagen des Geldhauses hervorgeht. Ursprünglich hatte die drittgrößte Bank der Volksrepublik ein Volumen von 30 Mrd. Dollar angestrebt.

Doch auch mit rund 23 Mrd. Dollar wäre der Börsengang der bisher größte überhaupt. Mit der geplanten Mehrzuteilungsoption könnte das Finanzinstitut noch immer ein Emissionsvolumen von mehr als 27 Mrd. Dollar erreichen. Die in Peking ansässige AgBank will den Sprung auf das Börsenparkett am 15. Juli in Shanghai und einen Tag später in Hongkong wagen. Die AgBank hat mit 350 Millionen mehr Kunden als die USA Einwohner.

Gesättigter Markt

Der Markt für IPO gilt in China nach einer Flut von Börsengängen in den vergangenen Monaten als weitgehend gesättigt. Zudem haben die Aktienmärkte in den vergangenen Wochen deutlich nachgegeben. Deshalb reißt die Serie von IPO-Absagen in China nicht ab. Der zweitgrößte chinesische Windturbinenhersteller Xinjiang Goldwind Science & Technology verabschiedete sich gleich zu Wochenbeginn wegen einer zu geringen Nachfrage im Zuge der Marktturbulenzen vorerst von seinen Börsenplänen.

Der Turbinenhersteller wollte 15 Prozent oder 395,3 Millionen Aktien an die Börse in Hongkong bringen. Das Volumen des IPO war auf rund 1,2 Mrd. Dollar geschätzt worden. Auch angesichts der jüngsten exzessiven Marktschwankungen sei man zu der Ansicht gekommen, dass es derzeit nicht ratsam sei, die Pläne voranzutreiben, teilte das Unternehmen mit.

Goldwind ist damit das fünfte Unternehmen, das seit dem vergangenen Monat einen geplanten IPO in Hongkong abgesagt hat. Goldwind wäre der größte IPO eines chinesischen Windkraftunternehmens seit der Notierung des Branchenprimus China Longyuan Power Group Corp im Dezember mit einem Volumen von 2,2 Mrd. Dollar gewesen. Der Börsenstart war für den 22. Juni vorgesehen. (APA/Reuters)

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