Deutscher Staatsanwalt stellt Verfahren gegen Zumwinkel und Ricke ein

14. Juni 2010, 14:48
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Ermittlungen in Deutsche-Telekom-Spitzenaffäre abgeschlossen

Die Staatsanwaltschaft Bonn hat das Ermittlungsverfahren gegen die Topmanager Klaus Zumwinkel und Kai-Uwe Ricke wegen der Bespitzelungsaffäre bei der Deutschen Telekom eingestellt. Ein Verstoß gegen Datenschutzbestimmungen oder das Post- und Fernmeldegeheimnis sei weder dem früheren Aufsichtsratschef noch dem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Konzerns nachzuweisen, teilte die Anklagebehörde am Montag mit.

Die Bonner Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre lang wegen der Spitzelaffäre bei der Deutschen Telekom ermittelt. Der Telekommunikationsriese soll zwischen 2005 und 2006 Telefonverbindungsdaten von mindestens 60 Gewerkschaftern, Aufsichtsräten und Journalisten ausspioniert haben, um herauszufinden, wie Konzerninterna an die Presse gelangt waren.

Affäre noch nicht beendet

Doch auch mit der Einstellung des Verfahrens ist die Affäre für Zumwinkel und Ricke noch nicht beendet. Die Deutsche Telekom bestätigte am Montag auf Anfrage von DAPD, dass sie wegen der Affäre nach wie vor von den Managern Schadenersatz in Millionenhöhe verlangt. Dies sei unabhängig von der Einstellung der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen. Das Unternehmen begründet seine Schadenersatzforderungen damit, dass die Affäre nur durch Managementfehler der beiden Konzernspitzen möglich geworden sei.

Außerdem haben einige Opfer der Spitzelaffäre bereits signalisiert, dass sich sich mit einer Verfahrenseinstellung nicht abfinden wollen. Der frühere Telekom-Experte des Wirtschaftsmagazins "Capital", Reinhard Kowalewsky kündigte an, er prüfe, ob er Beschwerde gegen die Einstellung der Verfahren gegen Ricke und Zumwinkel einlegen werde. Möglicherweise werde er auch ein Klageerzwingungsverfahren beginnen. Außerdem würden zivilrechtliche Schritte gegen die Manager erwogen. (APA/apn)

 

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