Alpine begibt 100 Millionen Euro Anleihe

14. Juni 2010, 12:39
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Zeichnungsfrist für Privatinvestoren startet am 21. Juni

Wien - Die Alpine Holding GmbH begibt kommenden Montag als Mutter des zweitgrößten Baukonzerns erstmals eine Anleihe. Das angestrebte Emissionsvolumen beläuft sich auf 100 Mio. Euro, könnte aber auch um 25 bis 30 Mio. Euro aufgestockt werden. "Wir möchten uns einen etwas breiteren Rücken in der Einkapitalausstattung verschaffen und von kurzfristige auf langfristige Finanzierungen umsteigen", sagte Aufsichtsratschef und Miteigentümer der Alpine Holding GmbH, Dietmar Aluta-Oltyan. Die Alpine will auch wieder verstärkt auf dem russischen Markt aktiv werden.

Die Stückelung der Emission beträgt 1.000 Euro und soll so auch für Privatanleger attraktiv sein. Für die Laufzeit von fünf Jahren winkt ein Zinskupon von voraussichtlich 5,25 Prozent. Das niedrige Zinsniveau bei Sparbüchern begünstige derzeit Anleihen. Die UniCredit Bank Austria und die BAWAG P.S.K. begleiten das Kapitalmarkt-Debut der Alpine, die zu 83 Prozent der spanischen FCC-Gruppe (Fomento de Construcciones Y Contratas) gehört. 17 Prozent der Unternehmensanteile befinden sich in Händen von Aluta-Oltyan.

Derzeit verfügt die Alpine über rund 400 Mio. Euro Eigenkapital. Die Gesamtverbindlichkeiten bezifferte Aluta mit 450 Mio. Euro. 

Gewinneinbußen 2009

Alpine hat im Geschäftsjahr 2009 deutliche Gewinneinbußen erlitten. Das Betriebsergebnis brach gegenüber dem Jahr davor von 105 auf 57 Mio. Euro ein, der Gewinn nach Steuern halbierte sich von 36 auf 16 Mio. Euro. Auch die Bauleistung war rückläufig - von 3,506 auf 3,365 Mrd. Euro, wie aus den Bilanzzahlen von heute, Montag, hervorgeht. Einzig der Auftragsbestand bereitet Freude: Im Vorjahr kletterte er von 3,099 auf 3,372 Mrd. Euro - Tendenz weiter steigend. Bis heuer im April wuchs er auf 3,54 Mrd. Euro weiter an.

Bei der länderweisen Aufteilung der Bauleistung des Konzerns kam es 2009 zu einer Verschiebung in Richtung Ausland: Der Anteil Österreichs verringerte sich gegenüber 2008 von 52 auf 47 Prozent. Parallel dazu erhöhte sich der Anteil Deutschlands von 16 auf 20 Prozent.

Erholung in Sicht

Das relativ magere Ergebnis des Vorjahres beunruhigt Aufsichtsratschef und Miteigentümer Dietmar Aluta-Oltyan, der 17 Prozent an der Holding hält, keineswegs: "Wir erwarten in den nächsten paar Monaten zwei bis drei wirkliche Großaufträge, darunter verstehen wir über 1 Mrd. Euro, und die haben wir noch nicht ansetzen können - wir haben vorgearbeitet", sagte der Firmenchef zur APA. Trotz eines "nicht sehr einfachen Marktumfeldes" gebe es genügend Aufgaben, zum Beispiel im Bereich der Infrastruktur, die in den kommenden Jahren vorangetrieben werden.

Die Bauleistung der Alpine Bau soll sich heuer bei rund 3,4 Mrd. Euro stabilisieren. "Trotz der schwierigen Bedingungen, die wir vorfinden, sind wir zuversichtlich, dass wir diese Zahlen erreichen werden", so Aluta-Oltyan. 2010 und 2011 liege der Fokus auf Konsolidierung und Stabilisierung. "Uns ist nicht bange, was die Zukunft betrifft, wir bewegen uns seit Jahrzehnten in Wellenbergen und Wellentälern", sagte Aluta-Oltyan, der das Unternehmen seit 1968 mitaufgebaut hat.

Die Alpine Bau GmbH wird von der Alpine Holding dominiert. Alle weiteren operativen Gesellschaften sind Tochterunternehmen der Alpine Bau GmbH. 2009 beschäftigte die Alpine Bau im Jahresmittel 15.234 Mitarbeiter, im Jahr davor waren es um fast 300 Arbeitnehmer mehr. (APA)

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