Europas Börsen setzen Erholung fort

14. Juni 2010, 18:22
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Finanz- und Rohstoffwerte im Fokus

Wien - Die europäischen Leitbörsen haben am Montag an die Mitte vergangener Woche begonnene Erholungsbewegung nahtlos angeknüpft. Die Kursgewinne zogen sich quer durch alle Branchen, nachdem erfreuliche Daten zur Industrieproduktion im Euroraum die Anlegerstimmung deutlich aufhellten. Der Euro-Stoxx-50 gewann 1,71 Prozent auf 2.683,46 Einheiten.

Die europaweit stärksten Werte waren die Stahlaktien, der entsprechende Branchenindex im Stoxx-600 kletterte um 3,29 Prozent. Händler verwiesen neben der starken Industrieproduktion (plus 9,5 Prozent im April) auch auf eine Sektorstudie der Schweizer Großbank UBS. Diese hat die Stahlbranche von "underweight" auf "neutral" hochgestuft und sorgte für reges Kaufinteresse.

Den UBS-Analysten zufolge fehlen zwar noch die positiven Katalysatoren für die europäischen Stahlwerte, mit der Talfahrt seit Mitte Mai seien die Abwärtsrisiken aber bereits eingepreist. Einige Hersteller hätten bereits ihre Produktion zurückgefahren, was das Angebot wieder in Einklang mit der Nachfrage bringen dürfte, so die UBS-Experten. ArcelorMittal kletterten um 5,58 Prozent auf 24,875 Euro, ThyssenKrupp gewannen 2,37 Prozent auf 21,555 Euro und Salzgitter schlossen um 4,38 Prozent fester bei 51,34 Euro.

UniCredit sehr stark

Darüber hinaus standen reihenweise Aktien aus dem Finanzsektor auf den Kauflisten der Investoren. Die italienischen UniCredit-Papiere stiegen 5,14 Prozent auf 1,84 Euro, in Paris gewannen Credit Agricole 2,86 Prozent auf 9,28 Euro und Societe Generale 3,91 Prozent auf 35,045 Euro. In Zürich schlossen UBS (plus 1,67 Prozent auf 15,21 Franken) und Credit Suisse (plus 1,62 Prozent auf 45,73 Franken) am oberen Ende der Kurstafel.

Weiter auf Talfahrt befand sich hingegen die BP-Aktie in London, die um 9,30 Prozent auf 355,45 Pence abrutschte. US-Präsident Barack Obama hat dem britischen Ölkonzern eine Frist für einen Plan zur Eindämmung der verheerenden Ölkatastrophe im Golf von Mexiko gesetzt. Die Ölpest hat BP mittlerweile rund 1,6 Mrd. Dollar gekostet.

In Frankfurt rückten die Anteilsscheine der Deutschen Post in den Fokus. Händler verwiesen auf einen Bericht der "Wirtschaftswoche", wonach der Logistikkonzern derzeit Pläne für weitere Kosteneinsparungen im Briefgeschäft schmiedet. Binnen eines Jahres soll eine Mrd. Euro gespart werden. Die Aktien stiegen um 1,44 Prozent auf 12,31 Euro. (APA)


Börse Index Schluss Diff (%)

Wien ATX 2.405,77 +1,81
Frankfurt DAX 6.125,00 +1,35
London FT-SE-100 5.202,13 +0,74
Paris CAC-40 3.626,04 +1,98
Zürich SPI 5.678,73 +0,69
Mailand FTSE MIB 20.188,54 +2,69
Madrid IBEX-35 9.584,00 +0,23
Amsterdam AEX 331,45 +1,81
Brüssel BEL-20 2.498,24 +1,40
Stockholm SX Gesamt 322,79 +1,49
Europa Euro-Stoxx-50 2.683,46 +1,71

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