Zwölf Prozent mehr Familien bis 2050

14. Juni 2010, 10:53
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Mehr Singlehaushalte und Familien ohne Kinder erwartet - Bedeutung der Ehe sinkt, die der Lebensgemeinschaften steigt

Wien - Die Zahl der Familien in Österreich wird bis 2050 laut einer Prognose im Familienbericht, der am Montag präsentiert worden ist, um rund 12 Prozent auf 2,6 Mio. steigen. Allerdings dürfte sich die Zusammensetzung ändern: So wird der Anteil an Ehepaaren ohne Kinder steigen, jener an Ehepaaren mit Kindern sinken. Außerdem wird die Bedeutung der Ehe in quantitativer Hinsicht zugunsten der Lebensgemeinschaften abnehmen.

Immer mehr Ein-Personen-Haushalte

Ein starker Zuwachs wird bei der Anzahl der Haushalte verzeichnet: Gab es 1951 laut Volkszählung 2,2 Mio. Haushalte, waren es 2007 laut Statistik Austria 3,5 Mio. (+60 Prozent). Fast zwei Drittel aller Privathaushalte sind demnach Familien (63 Prozent), mehr als ein Drittel Single-Haushalte (35 Prozent) und der Rest Wohngemeinschaften und Ähnliches. 2050 dürfte es dann bereits 4,7 Mio. Haushalte geben - erwartet wird vor allem eine Zunahme von Ein-Personen-Haushalten, sie werden demnach 41,2 Prozent aller Haushalte ausmachen.

Mehr Familien ohne Kinder

Auch die Zahl der Familien ist in den vergangenen Jahren gestiegen: Bei der letzten Volkszählung 2001 wurden 2,2 Mio. Familien - also Ehepaare, Lebensgemeinschaften (jeweils mit oder ohne Kinder) und alleinerziehende Elternteile mit ihren im Haushalt lebenden Kindern - verzeichnet. Laut Mikrozensus 2007 der Statistik Austria lag die Zahl der Familien bereits bei über 2,3 Millionen. Bis 2050 dürfte die Zahl der Familien laut Prognose auf 2,6 Mio. steigen. Der Anteil der Ehepaare ohne Kinder im Haushalt soll von 30,6 Prozent (2007) auf 37,3 Prozent steigen, der Anteil von Ehepaaren mit Kindern von 40,8 Prozent auf 29,8 Prozent sinken - dies liege vor allem an der Alterung der Gesellschaft, denn ältere Paare hätten in der Regel keine Kinder mehr im Haushalt. Der Anteil der Lebensgemeinschaften mit Kindern dürfte sich von 6,7 Prozent auf 8,5 Prozent erhöhen. Die quantitative Bedeutung der Ehe wird sich demnach generell zugunsten der Lebensgemeinschaften verringern: Statt rund einem Achtel sollen Lebensgemeinschaften 2050 schon rund ein Sechstel der Paare ausmachen.

Mehrheit wünscht sich zwei Kinder

Einem durchschnittlichen Kinderwunsch von 2,0 steht laut Familienbericht eine realisierte Kinderzahl von 1,4 entgegen. In Umfragen werden demnach verschiedene Gründe gegen Kinder genannt - etwa Befürchtungen in Bezug auf die Aufrechterhaltung des Lebensstandards, finanzielle Gründe, fehlende Partner oder gesundheitliche Probleme. Die Familiengründung wird außerdem zunehmend länger aufgeschoben: Das durchschnittliche Gebäralter insgesamt betrug 1991 27,2 Jahre, 1999 28,9 Jahre und 2008 29,9 Jahre. (APA)

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    Die klassische Familie mit zwei Kinder weicht anderen Lebenskonzepten: kinderlosen Ehen und Lebensgemeinschaften

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