"Weder ein Verbrechen, noch eine Sünde"

14. Juni 2010, 10:43
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Homosexuelle demonstrierten in Istanbul für mehr Rechte und machten auf homophobe Morde aufmerksam

Istanbul - Am Sonntag sind in Istanbul rund 300 Homosexuelle und Transsexuelle für ihre Rechte auf die Straße gegangen. "Weder ein Verbrechen, noch eine Sünde, es lebe die homosexuelle Liebe", riefen die DemonstrantInnen bei ihrem Zug durch die türkische Metropole. "Homosexuelle sterben und der Staat sieht es nicht", riefen einige TeilnehmerInnen und verlasen anschließend die Namen von mehreren Homosexuellen, die in den vergangenen Monaten in der Türkei Opfer homophober Morde wurden.

Zu wenig Schutz

Anders als viele andere muslimisch geprägte Länder unterdrückt die Türkei Homo- und Transsexualität zwar nicht offen. Vielen Homosexuellen gelang etwa eine beachtliche Karriere in der Schauspielwelt. Allerdings gibt es auch keinen besonderen Schutz, etwa gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, und Homosexuelle sehen sich immer wieder schweren Angriffen und Gewalt ausgesetzt.

Im März hatte die Frauen- und Familienministerin Selma Aliye Kavaf für Empörung gesorgt, weil sie Homosexualität in einem Zeitungsinterview als "biologischen Defekt" und als "Krankheit" bezeichnet hatte. Mit ihrer Ansicht war sie bei MenschenrechtlerInnen, aber auch in ihrer eigenen religiös-konservativen Regierungspartei AKP und innerhalb der Regierung auf Kritik gestoßen. (APA)

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    Etwa 300 Homosexuelle gingen für mehr Rechte und Schutz auf die Straßen Istanbuls.

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