Bodenschätze im Wert einer Billion Dollar gefunden

15. Juni 2010, 00:16

General Petraeus: "Es gibt hier ein erstaunliches Potenzial"

Die erste gute Nachricht aus Afghanistan seit langem: Geologen haben riesige Vorkommen an Bodenschätzen entdeckt. Das Pentagon sieht ein "Saudi-Arabien für Lithium". Bloß: Viel davon liegt im Talibangebiet.

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New York / Kabul - Lithium ist ein essenzieller Rohstoff für die Batterientechnologie. Es steckt in Laptops, Handys, Elektroautos. Und es wirkt - ganz nebenbei - auch gegen Depressionen und Kopfschmerzen. Seit bekannt wurde, dass es das Leichtmetall in rauen Mengen in Afghanistan geben soll, dient es quasi auch als eine Art Stimmungsaufheller für die am Hindukusch kämpfende internationale Schutztruppe Isaf. Denn erstmals eröffnet sich eine Perspektive, wie sich Afghanistan auch wirtschaftlich entwickeln lassen könnte.

Am Montag berichtete die New York Times, dass die USA einen ungeheuren Mineralienschatz in dem Land entdeckt haben. Amerikanische Geologen hätten zwischen 2004 und 2007 altes Kartenmaterial noch aus Zeiten der sowjetischen Besatzung ausgewertet und Flugzeuge mit Spezialequipment über Afghanistan kreisen lassen. Ergebnis der umfangreichen Forschungen, auf die ein US-Wirtschaftsentwicklerteam erst in den vergangenen Monaten aufmerksam wurde: Die Afghanen sitzen auf Mineralien im Wert von einer Billion Dollar (825 Milliarden Euro). In einem internen Pentagon-Papier werde Afghanistan als das "Saudi-Arabien für Lithium" bezeichnet. Daneben gebe es riesige Vorräte an Eisen, Kupfer und Gold, so die NYT.

"Rückgrat für Wirtschaft"

Der für die Region zuständige Oberkommandierende im Centcom, General David Petraeus, schwärmte bereits von "atemraubenden Möglichkeiten". Petraeus, der sich üblicherweise mit Gefallenenzahlen und Talibanattacken beschäftigt, hatte endlich etwas Positives zu vermelden. Vor allem die Lithium-Vorkommen sollen jene in Bolivien, der bisher größten Lagerstätte für das Leichtmetall, übersteigen. Die Funde könnten "das Rückgrat unserer Wirtschaft werden", sagt der Berater des afghanischen Bergbau-Ministeriums, Jalil Jumriany.

Allerdings dürfte sich die Ausbeutung der Bodenschätze in Afghanistan als schwierig darstellen. Zudem ist nicht sicher, wer in dem korrupten Land die Schürfrechte erhalten wird. Erst vergangenen Sommer musste der Bergbauminister der Regierung von Präsident Hamid Karsai zurücktreten, weil er im Verdacht stand, für die Konzession einer großen Kupfermine an die Chinesen 30 Mio. Dollar an Schmiergeld genommen zu haben.

Neues Kommando

Einige der Vorkommen liegen der New York Times zufolge tief in den von Taliban kontrollierten Gebieten an der Grenze zu Pakistan. Dort wollen die internationalen Truppen in den kommenden Wochen eine neue Offensive gegen die islamistischen Aufständischen beginnen. Am Montag wurde dafür eine neue Kommandostruktur für den Süden Afghanistans bekanntgegeben. Weil immer mehr frische US-Truppen in die Region verlegt werden, wurde der Südabschnitt zweigeteilt. Laut Nato könnten die Kommandeure so auf engere Räume fokussieren und dadurch auch mehr Kooperation mit afghanischen Truppen erzielen.

Gegen Ende dieses Jahres soll die Anzahl der Soldaten in Afghanistan einen Höchststand von 150.000 erreichen. 100.000 davon werden US-Truppen sein.

Pakistan wies unterdessen einen am Wochenende von der London School of Economics publizierten Bericht zurück, demzufolge der pakistanische Geheimdienst ISI und die Regierung in Islamabad hinter den Taliban stünden. Ein Sprecher von Präsident Asif Ali Zardari, der Taliban-Führer in pakistanischer Haft besucht und mit ihnen Abmachungen getroffen haben soll, wies die Vorwürfe als "völlig abwegig" zurück. General Athar Abbas sprach von "denselben alten Geschichten, für die keinerlei Beweise vorliegen und die in böser Absicht verbreitet werden". In Kabul allerdings ließ Präsident Karsai erklären: "In diesem Bericht finden sich einige unangenehme Wahrheiten wieder." (pra/DER STANDARD, Printausgabe, 15.6.2010)

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rumps 2
00
15.6.2010, 15:59
Bremer zur global economy, passt auch hier

P.Bremer zeigt schon 2001 auf der Seite bettermanagement.com welche Chancen und Risken in der Vermarktung regulierter Wirtschaftsbereiche bestehen: ... stunned business opportunities ... . ... huge oppotunitues for arbitrage ... .
Allerdings ... contribute to social and political tensions ... . ZB durch Anwachsen des ... income gap ... .
These consequences contribute to risk for companies doing business ... . ... local reaction ... (may change) the rules of the games ... ... may destroy the business assupmtions under which the original investment was made... ... there is a real danger of contagion ...

Faun
01
15.6.2010, 14:45
Eigenartig,

aber auffällig finde ich immer wieder daß alle vermeintlichen Übernahmen der Macht in Afghanistan (Kabul) mit dem Zusammenbruch der jeweiligen Großmacht endeten. Alexanders Weltreich endete ausdehnungsmäßig ein wenig östlich von Kabul, eine sehr schwere Verletzung holte er sich in Punjab an der Grenze zum heutigen Afghanistan. Auch das Britische Empire Anfang des 20. Jhdt. - wiewohl die ihre Truppen nach einem Friedensvertrag abgezogen haben und das Empire noch ein paar Jahrzehntchen währte, jedoch seither nicht sehr gesund. Bei den Russen kennen wir die Geschichte schon ein wenig genauer, die Kosten für den Afghanistankrieg halfen immens dabei die UdSSR stark zu schwächen.
Ist Afghanistan also klassisch der Elefantenfriedhof der Nationen?

Der Alte vom Berge
00
15.6.2010, 23:44
Das "Great Game"...

...ist eine nicht zu Bestehende Prüfung.

Messen wie Zielsetzung zwischen der constructiven Kräften und jenen welche sich als solche Bezeichnen ist so alt wie die Menschheit, ob nach Actium 30 vor Christus oder der Eroberung Jerusalems 1099, der Verlagerung des Schlagabtausches nach Europa im angehenden Jarhundert der Industrialisierung...

http://www.google.de/url?sa=t&... 9LPP148HsA

...oder dem Übergang des Informationszeitalter hin zur desinformierten "Spassgesellschaft", ist Nahezu das Selbe:

Entwicklung des Individuums.


Was kümmert die "Gestalter ? --

Der Alte vom Berge
00
16.6.2010, 00:12
Die "Wächter der Warheit"...

...nicht zu Wecken.

http://derstandard.at/plink/127... 0/16883036

DAS ist Misslungen.

:D

Der Alte vom Berge
00
16.6.2010, 00:18
Legt die Waffe Weg,...

...den Schlüssel zu Ergreifen das Tor Aufzustossen.


Lernt ihr nicht, Ihr "Machtigen" ?


Dann LAUFT, ihr Narren.


*sigh*

jo, na, eh!
02
15.6.2010, 14:02
Ach,

wie überrraaschend! Denn eigentlich waren ja alle die verschiedenen Armeen nur zum Friedensstiften dort, was ihnen leider nur gründlich in die Hose ging... Wahrscheinlich finden jetzt die Amis Hinweise auf WMDs um ihren Anspruch auch gleich noch klarzustellen...

obi_wan
01
15.6.2010, 12:41
nix wirklich neues,

..bekannt ist das seit 2007:
http://www.usgs.gov/newsroom/... sp?ID=1819

Der, der es besser weiß
02
15.6.2010, 11:43

Pech für die Afghanen, jetzt wird es nie mehr Frieden geben.

Saddams Onkel
 
41
15.6.2010, 13:20
Ein Glück für die Afghanen, denn die Amis zahlen gut für die Bodenschätze

Die Russen hätten, wenn sie den Krieg gewonnen und sich für Jahrzehnte im Land niedergelassen hätten, sicher nichts dafür bezahlt, dass sie die Bodenschätze einkassiern und billig an Kuba liefern.

Die Taliban werden das Geld wohl nur für den Bau von Koranschulen ausgeben.

Also, die USA ist das mit Abstand beste, was den Afghanen passieren kann und das wissen die auch, denn sie sind regelmäßig darüber empört, wie falsch die Europäer über das Land schreiben und wie wenig darüber, dass sich in manchen Regionen Afghanistans das Leben seitdem die NATO dort ist, zum Besseren gewandelt hat.

trollvottel
11
15.6.2010, 14:24

Die ganze Welt zahlt gut für Bodenschätze.
Leider allerdings werden diese idR von den brutalsten Ausbeutern betrieben, die man im jeweiligen Entwicklungsland nur finden kann.

Dann schuften todkranke Hungerleider bis zum Umfallen (mit Mitte 30), unter unmenschlichen Bedingungen, verpesten die Umwelt, schaufeln die Rohware in Lastzüge. Einige ihrer Bosse fahren dafür dann Rolls und fliegen Lear, und wir kriegen neue Handies um 10 Euro und brauchen üüüüüberhaupt kein schlechtes Gewissen haben, weil sind ja nur Kunden :(

die motzknolle
02
15.6.2010, 22:00
genau

denn wenn rohstoffreichtum reichtum für die bevölkerung hieße, müsste laut diesem artikel bolivien bereits die schweiz südamerikas sein. dort nützt das lithium der bevölkerung nix, und in afghanistan soll es die lösung aller (wirtschaftlichen) probleme sein?!
ganz nebenbei und zur erinnerung: nigeria ist reich an erdöl. ja, dieser rohstoff wird gut bezahlt - an shell & co.

Saddams Onkel
 
40
15.6.2010, 14:51
Sie sind leider nicht gut informiert, aber es sind sogar recht viele Staaten, die aufgrund des Handels mit der EU und den USA

sehr profitiert haben, ich meine damit nicht die Regierungen, sondern ganz allgemein die Bevölkerung. Überall dort geht und ging es stark aufwärts, in Indien, Brasilien, in einigen afrikanischen Staaten und vor allem in Asien. Viele dieser Staaten waren bettelarm.

Inwieweit Dafur und der Sudan bis jetzt von den Geschäften mit China "profitiert" haben, ist mir allernigs nicht bekannt.

Resi Vonderalm
00
27.6.2010, 11:10
brainwashed

zeigen sie mir ein land indem die bevölkerung, und nicht nur die eliten, von rohstoffexporten profitiert. EIN EINZIGES BITTE! fakt ist dass rohstoffe im verhältnis zu weiterverarbeiteten produkten ungleich weniger einbringen, die wertschöpfung meist nicht im land entsteht, und die usa dieser ungleichheit durch ihre politik der interessensphären vorschub leistet. kein destabilisierungskonflikt, wo die usa nicht ihre dreckigen finger im spiel hatten. keine demokratisierung die von den usa nicht torpediert wurde, nötigenfalls mit waffengewalt, solange der gewählte kandidat nicht amerikafreundlich war. sie leben in einer traumwelt, öffnen sie die augen und wachen auf!

die motzknolle
00
15.6.2010, 21:57
china ist nicht mit schuld...

... am entstehen des elends in der 3. welt. im gegensatz zu den eu-staaten und den usa, die sind ursache und nutznießer in einem. (das macht das, was im sudan abgeht, um nix besser.)

Saddams Onkel
 
00
16.6.2010, 11:26
Also, entschuldigung, aber Österreich, Dänemark, Schweden, Liechtenstein, Griechenland, Schweiz, Ungarn, Polen

und Belgien sind ganz sicher nicht Schuld am Elend in der 3ten Welt. Die haben sich den Reichtum alle selbst erschaffen mit harter Arbeit.

Die USA sind ganz sicher auch nicht schuld!!! Ganz im Gegenteil haben viele Staaten vom Handel mit den USA sehr profitiert. Ohne die USA hätten es Staaten wie Singapur, Südkorea, Liberia, Chile u.a. nie so weit gebracht. Auch China profitiert unendlich davon, dass sie ihre Produkte in die USA verkaufen (schlecht für die amerikanischen Unternehmen übrigens!!!).

Bitte, können Sie sich nicht mal ein bisschen drüber informieren, ganz konkret, statt einfach nur der Polemik der Anti-Globalisierer hinterher zu laufen?

Resi Vonderalm
00
27.6.2010, 11:13
lernen sie geschichte...

belgien ist ein furchtbar schlechtes beispiel. schon mal vom kongo gehört ? dort gabs eine kautschukquote, bei nichterfüllung wurden den arbeitern die hände abgehackt. kein land des westens hat sich den reichtum hart "erarbeitet". alle waren und sind sie abhängig von der billigen ausgebeuteten arbeitskraft der sog. 3.welt. bitte informieren SIE sich bitte bevor sie hier brav den sermon der neoliberalen widerkäuen.

die motzknolle
00
16.6.2010, 18:28
also gerade das beispiel liechtenstein...

... ist irgendwie sehr nett :-) und enorm überzeugend :-))) und das beispiel ungarn ist auch sehr gelungen, hihi.
den rat, sich zu informieren, kann ich nur (ungebraucht und neuwertig) zurückgeben. ich <i>bin</i> informiert, sie dagegen laufen einfach nur der polemik der kapitalisten nach.

rumps 2
00
15.6.2010, 15:39
Äquatorialguinea

Staatsverschuldung 1,2% BIP, Bugetüberschuss v 1 Mrd USD:

http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%... rialguinea

bar auf die Kralle
02
15.6.2010, 11:38

Bush war doch kein solcher Idiot. Immerhin konnte er Rohstoffe auch noch in tausenden Kilometern Entfernung gegen den Wind riechen. Deswegen ist er in Afghanistan einmarschiert.

m m 10
01
15.6.2010, 11:18
Denn erstmals eröffnet sich eine Perspektive, wie sich Afghanistan auch wirtschaftlich entwickeln lassen könnte.

der satz macht mir angst...

Resi Vonderalm
00
27.6.2010, 11:14
entwicklung ist die neue waffe

der neokolonialisten

Der Alte vom Berge
20
15.6.2010, 11:14
Die politische Klasse hat einmal mehr Gelogen.

^^

Psycho87
22
15.6.2010, 11:12

Ist das eine amerikanische Billion oder eine europäische?

Der Alte vom Berge
00
15.6.2010, 11:18
Die NYT...

...schreibt Trillion,...

http://derstandard.at/plink/127... 1/17022538

...also europäische Schreibweise. ^^

Andrei Tchoubrikov
00
15.6.2010, 10:55
amerikanische Geologen...

... finden immer dann und dort "enorme Rohstoff-Vorkommen", wo es gerade recht ist: Oel im Kaspischen Meer, Uran und sonstwas im Kosovo.

Zufaellig gibt es in den beglueckten Regionen auch irgendwelche Konflikte, und die USA koennen "ihre Partner" beruhigen -- schaut her, ihr seit reich. Ihr muesst nur... 1., 2., 3. und dann gibt's Milchfluesse mit Honigufern und bluehende Landschaften !!!

Komischer Weise wartet man dann Jahrzehnte auf diese ami-Rohstoffe, meist vergeblich.

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