Steigender Bundeszuschuss löst Pensionsdebatte aus

14. Juni 2010 15:23
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    Foto: apa/neubauer

    Immer mehr Pensionisten, dafür weniger Arbeitnehmer: deshalb muss der Staat viel Geld zuschießen.

Lopatka drängt auf Änderungen bei Sonderregelungen

Wien - Der in der Wirtschaftskrise steigende Bundeszuschuss hat am Montag einen neue Pensionsdebatte ausgelöst. Nach den jüngsten Zahlen der Pensionsversicherungsanstalt (PVA) wird der Bundesbeitrag heuer auf 4,3 Milliarden Euro klettern, um zwei Milliarden mehr als noch vor fünf Jahren. Während Staatssekretär Reinhold Lopatka auf Reformen drängt und auch ein Abschaffen der Hackler-Regelung vor 2013 nicht ausschließen will, beruhigen Sozialminister Rudolf Hundstorfer und PVA-Obmann Karl Haas.

Der Bundeszuschuss zu den ASVG-Pensionen steigt vor allem deshalb heuer auf 4,33 Milliarden Euro, weil aufgrund der gestiegenen Arbeitslosigkeit die Beitragseinnahmen sinken. Rechnet man auch die ÖBB, die Bauern, und die Gewerbetreibende hinzu kommt man auf insgesamt 7,8 Mrd. Euro und die Beamtenpensionen machen noch einmal knapp acht Milliarden Euro aus.

Hundstorfer: "Kein Kopfzerbrechen"

Hundstorfer bereiten die 4,33 Milliarden heuer für die ASVG-Pensionen aber trotzdem "kein Kopfzerbrechen". Er verwies darauf, dass der Bundeszuschuss gemessen am Bruttoinlandsprodukt stabil bleibe und heuer ebenso wie im Jahr 2003 bei 1,5 Prozent liege. Und auch für PVA-Obmann Haas ist der Bundesbeitrag "in einer bestimmten Höhe" zu akzeptieren. Und derzeit sei er "noch nicht so aus dem Ruder, dass man ins Leistungsrecht schneiden muss."

Etwas anders sieht das Lopatka. Der ÖVP-Finanz-Staatssekretär fordert nicht nur Änderungen bei den Beamtenpensionen von säumigen Ländern sowie bei den ÖBB und der Nationalbank, sondern stellt auch die Hackler-Regelung zur Diskussion. Nach Ansicht Lopatkas wäre ein Auslaufen der Hackler-Regelung vor 2013 "eine Möglichkeit" für Hundstorfer, um dessen Budgetziele zu erreichen. "Aber das ist seine Sache", will sich Lopatka da nicht einmischen.

"Flexi-Pension"-Modell

Und der Sozialminister will sich da auch nicht dreinreden lassen. Ein Auslaufen vor 2013 kommt für Hundstorfer ebenso wie für Hass nicht in Frage, weil man den Vertrauensschutz beachten müsse. Der Sozialminister verweist aber auf die von ihm geplante Ausschleifregelung, wonach das Antrittsalter bei den Hacklern ab 2014 jährlich um sechs Monate angehoben werden soll, bis 62 bei Männern und 57 Jahre bei Frauen erreicht sind. Dieser Vorschlag wird auch Teil seines Konzepts sein, das er im Herbst vorlegen will und das auch die Invaliditäts- und die Schwerarbeiterpension umfassen wird.

Das reicht Österreichs Managern bei weitem nicht aus. Das vom Präsidenten der Vereinigung, dem ehemaligen steirischen VP-Landesrat Herbert Paierl und dem Sozialexperten Bernd Marin präsentierte "Flexi-Pension"-Modells hat ein echtes Pensionskonto als Basis, das ausweist, wie viel eingezahlt wurde und wie hoch der Pensionsbezug wäre, wenn der Ruhestand sofort angetreten würde. Wann man in Pension geht, soll künftig individuell entschieden werden. Ist einmal eine Mindestpension (784 Euro/14 mal pro Jahr) erreicht, kann sich der Versicherte sofort zur Ruhe setzen, unabhängig von seinem Alter. Freilich hätte er dann mit deutlich erhöhten Abschlägen zu rechnen.

Grüne: Beschäftigungspolitische Offensiven

Auch Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl, bekräftigte seine Forderung nach einer raschen und nachhaltigen Pensionsreform. Für eine Reform des staatlichen Pensionssystems plädierten auch die beiden Präsidenten des Seniorenrates, Karl Blecha und Andreas Khol, wobei sie über die Einzelmaßnahmen nicht immer einer Meinung waren.

Unterschiedlich fielen auch die Forderungen der Opposition aus. Während das BZÖ auf eine Umsetzung des Pensionskontos drängte, forderten die Grünen vor allem beschäftigungspolitische Offensiven. Der freiheitliche Seniorenring warnte hingegen vor einer "Panikmache". (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 289
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Recht ist Auslegungssache
15.06.2010 20:02
Wo sind die Probleme?

Schwierige Zeiten verlangen nach neuen Lösungen!
Wenn es sich hinten und vorn nicht mehr ausgeht, dann muß eben per Gesetz eine Einheitspension her.
Und zwar in der Höhe, daß der Staat Österreich keine zusätzlichen Schulden mehr machen muß.

Sonst fährt wirklich ALLES in ein paar Jahren an die Wand!
Und dann hat NIEMAND mehr was davon!

Wir sind die Guten !
15.06.2010 21:44
Du hast auch nicht genug gearbeitet um mehr als eine "Einheitspension" zu bekommen, stimmts, du Falott?

francis79
 
15.06.2010 15:14
"Flexi-Pension"

Flexi - Irgendwas und schon schwant mir schlimmes.
Nicht das Flexibilisierung was böses an sich wäre.

Aber:
Flexi-Pool (Polizeit)
Flexibilisierung der Arbeitszeiten
Flexiblere Arbeitslose

francis79
 
15.06.2010 15:19

bei "Polizeit" kann man beim lesen ruhig ein "t" überlesen:-)

also dann ...
14.06.2010 20:19
wie oft den noch ? allein eine anhebung der "steuergeschenke an reiche + AG`s"...

löst das problem - l a n g f r i s t i g :
1.
vermlgbez.steuern au eu-niveau = 4,2 mrd
2.
stiftungsbesteuerung = zw. 1-2 mrd
3. KÖST
die effektive köst beträgt nur ca. 11 % (nicht 25%)
d.h. streichung v. begünstigungen = ca. 1 mrd.
4. gruppensbesteuerung
alleine bei der BA = ca. 250 mio !
- - -
ergibt total ca. 6-8 mrd = sozial(mehr)ausgaben !
- - -

überdies...
zahlen 50 % der grossen AG`s k e i n e KÖST !
und lapotka...
+ die schwarzen trabanten (IV+WKÖ) regen sich auf, wenn 31 % der lohnsteuerzahler
- davon 60 % pensionisten, 10 % lehrlinge -
keine lohnsteuer bezahlen, nur weil sie
ZU GERINGE LÖHNE(renten) ... haben ?
- - -
bei soviel "wirtschafts-UN-kenntnis"...
hilft auch alkohol ... nicht mehr weiter!

Träume sind Schäume.
14.06.2010 19:00
(Früh) Pensionisten sind dumm

Aus der Sicht der Pensionisten ist die Entwicklung gegen ihre Interessen,

In der wirklichen Welt sind Pensionisten wehrlos.
Sie zahlen keine Steuern, sind unproduktiv für die Wirtschaft und aktive Gewerkschaften und können nach Auflösung der Familienstrukturen oft auf keinen verwandschaftlichen Rückhalt hoffen.

Selbst in der Demokratie ist NICHT jede Stimme gleich, produktivere Bürger haben mehr Ressourcen als unproduktivere = Wer zahlt schafft an.

Wenn (Früh) Pensionisten auf irrationalle Pensionsantritte und Vergütungen drängen, sägen sie sich im Prinzip ihre eigene materielle Zukunft ab.

Da die Lebenserwartung (noch) bis 90 Jahre geht, sollte dem 50 jährigen Frühpensionisten die einsame Altersarmut nicht egal sein ;)

yesterday came suddenly
15.06.2010 13:05
Pensionisten "zahlen keine Steuern"


AHA!

Wachsender Widerstand
14.06.2010 18:40
Mal ne Frage,...

ein gewoehnlicher arbeitnehmer bekommt nach 45 Dienstjahren, etwa 2500 Brutto, und ein Politiker nach 1 Periode (4 Jahre) im Natinalrat etwa 5000 Euro.

Ich wurde mal gerne die Gesamtausgaben fuer Politiker sehen, da wurde einigen ein Licht aufgehen (oder besser AUS gehen)

Bundesbedenkenträger
14.06.2010 18:00
Der Bundeszuschuß im Jahr 2002 zu den Pensionen betrug

schon 4,45 Mrd€ und jetzt regen sich die Gummistiefel wegen 4,3Mrd auf!



Durchschnittlicher Pensionszuschuss
(Quelle: Der Standard Juli2004)

ASVG 4,454 Mrd. € (1.653.000 Versicherte)
Bauern 1,28 Mrd. € (138.000 Versicherte)
Gewerbe 1,105 Mrd. € (110.500 Versicherte)
Beamte 11,7 Mrd. € (205.000 Versicherte)

Pro Versicherten und Monat sind das:

ASVG Versicherte 225€/Person
Bauern 773€/Person
Gewerbe 833€/Person
Beamte 4.756€/Person





So schauts aus!!!

yesterday came suddenly
15.06.2010 13:25
Sehr gute Darstellung!


Aber:
was lernen wir daraus:
beim ASVG-Anteil von 4½ Milliarden ist das Einsparungspotenzial am höchsten!

Daher:
brav ÖVP wählen, damit diese Chance auch genutzt wird!

Mittlerweile dürfte es ja den Rattenfängern aus Politk und Printmedien gelungen sein, den Großteil der 20-40-Jährigen glauben zu machen, dass Einsparungen bei den heutigen Pensionsempfängern in 40 Jahren dramatische Auswirkungen zeitigen werden.
Die damit verbundenen Emotionen können bereits heute je nach Bedarf (warum fällt mit jetzt dauernd der Nme Lopatke ein?) abgerufen werden, um von anderen Themen abzulenken.

franz der freie
14.06.2010 17:56
würde schon viel bringen, wenn die öbb, die gemeindeangestellten nicht mehr mit 52 in pension gehen.

Träume sind Schäume.
14.06.2010 17:21
Simple Lösung

Das Pensionsalter kann man nicht ewig raufsetzen, so ab 60 verfallen viele körperliche Fähigkeiten.
Ab 65 sind Menschen in vielen Berufen nicht mehr produktiv einsetzbar, das fällt dann mehr unter Beschäftigungstherapie.

Das Grundübel heißt Simpel DEMOGRAPHIE.

reiches land armer staat
14.06.2010 16:35
schöner hineinfaller

ein echtes pensionskonto, wo man sieht, wieviel man eingezahlt hat: für die spitzenverdiener (wie politiker u. leute wie marin, die top-einkommen haben) natürlich nicht schlecht, weil die können sich es ja leisten, recht fleißig u. viel einzuzahlen. für arbeitnehmer schaut es dann sicher viel schlechter aus, weil wahrscheinlich soll es nach vorstellung von marin u. dgl. keine bundeszuschüsse mehr dann zu den pensionen geben, vermute ich schwer. nur mehr das was selbst eingezahlt wurde. im verlauf eines arbeitslebens wird bei arbeitslosigkeit natürlich da nicht viel an einzahlungen in das pensionskonto möglich sein, dementsprechend spärlich wird dann die pension auch ausfallen. ach ja, weniger staat, mehr privat, lautet ja die devise.

europa fassen
14.06.2010 16:32
Die Pensionen wanken nicht wegen der Demografie,

sondern wegen der sinkenden Lohnquote.

Die Demografie wird durch die Produktivität mehr als ausgeglichen. Erst der Umstand, dass die Erträge der Produktivitätserhöhung nicht (genügend) in die Lohnquote einfließen, trocknet die Sozialsysteme aus.
Müssten alle Einkommen gleichermaßen ins SV-System einzahlen, wären die SV-Beiträge viel geringer und trotzdem alles finanziert.

Ausserdem bitte die konkreten Zuschüsse beachten:
ASVG 19%
Selbständigen 58%
Bauern 85%
Wer da schon wieder bei den ASVG-Pensionen sparen will, ist uninformiert, oder ein Lobbyist.

you. hu
14.06.2010 16:20
alle jahre die gleiche hetze

immer die gleiche lamentiererei was die pensionen anbelangt. es läuft im grunde auf das hinaus, dass schön langsam aber sicher das pensionsalter von den lobbys so hinaufgehoben werden soll, dass es bald keine bzw. nur mehr volkspensionen mehr geben wird. (natürlich in höhe des existenzminimums) österreich ist doch nach wie vor eines der reichsten länder auf der Welt, u. man tut so, als ob wir bald pleite wären. wieso gibt es eigentlich immer mehr millionäre in österreich? die werden ja alle nicht durchs arbeiten reich geworden sein. da läuft ja auch was schief, etwas mehr an verteilungsgerechtigkeit wäre angebracht. milliarden werden z.b. banken hineingeschoben, auch nach griechenland, dafür gibt es genug geld.

blubb88
14.06.2010 16:51
böse Millionäre

wer darf denn deiner Meinung nach Millionär werden in Österreich?

- der Lotto-Gewinner?
- der erfolgreiche Anleger?
- der Schlagersänger?
- der Profifußballer?
- der Unternehmer, der jahrelang 70-80 Std./Woche arbeitet und 50 Arbeitsplätze schafft?

europa fassen
14.06.2010 16:56
Alle angeführten dürfen Millionäre werden

Sie sollen nur genauso Steuern und SV-Abgaben zahlen, wie die Normalbürger.

Dann gäbe es kein Problem.

Gobi Todic
14.06.2010 16:19
Lowpatkas sonderregelung

Lopatka hat mit 55 einen Pensionsanspruch in der Höhe von 4.200 Euro - im Vergleich zu einem ASVG Versicherten praktisch leistungsfrei.

Sind solche Sonderregelungen gemeint?

jeff5
14.06.2010 17:39
lopatka sitzt im glashaus, folglich nicht ernstnehmen.

Gobi Todic
14.06.2010 18:08
leider werden seine rülpser

1:1 und unkommentier von den medien unters volk gebracht.

http://de.wikipedia.org/wiki/Medi... 6sterreich

die schwarze styria media group, der kurier und ebenso unser geliebter auflagenkönig und millionär hans d. mögen solche texte.

trotz allem Grünwähler
14.06.2010 16:19

Vertrauensschutz, wohlerworbene Rechte ... wie mir diese Worte mittlerweile auf die Nerven gehen.
Diese Argumente werden natürlich immer nur dann angeführt, wenn man der eigenen Klientel nicht zu sehr auf die Füße treten will. Geht es gegen Gruppen ohne große Lobby, wird gnadenlos drübergefahren.

FII
14.06.2010 15:47

was ist eigentlich mit den Eisenbahnern? ich kenn einen der ist mit 53 kerngesund in die Rente gegangen, hat sein ganzes Berufsleben in einem ÖBB Magazin Schrauben ausggeben!

?und
14.06.2010 16:27
einfach abmelden bei der pva

hundefleisch
14.06.2010 16:39

ach und wie mache ist das?

Def. Izit
14.06.2010 15:41
Bei der Debatte kann es sich nur im Diffamierung handel


weil Schüssel und CO ja eine Jahrhundertreform geschaffen haben, die uns an die "Weltspitze" bei der Pensionssicherung brachten. Seine Freunde Stummvoll, Molterer etc. haben auch allen Kritikern jeglichen Verstand abgesprochen. Also von der ÖVP nur fordern, dass die Debatte beendet wird, weil uns ja gerade diese ÖVP vor Spätschäden bewahrt hat.

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