Schweiz zahlt nigerianischer Familie 36.000 Euro

13. Juni 2010, 21:09
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Zwangsabschiebungen per Flugzeug werden wieder aufgenommen

Bern - Nach dem Tod eines Schubhäftlings aus Nigeria zahlt die Schweiz den Hinterbliebenen als "humanitäre Geste" rund 50.000 Franken (35.989 Euro). Das Schweizer Bundesamt für Migration (BFM) bestätigte am heutigen Sonntag entsprechende Medienberichte. Der Betrag werde buchhalterisch den "Vollzugskosten" belastet, sagte eine BFM-Sprecherin.

Der Nigerianer war im vergangenen März im Beisein des BFM-Direktors Alard du Bois-Reymond gestorben. Nach dem tragischen Tod des Nigerianers wurden während zwei Monaten keine Asylbewerber mehr zwangsabgeschoben. Doch bald heben die Sonderflugzeuge für Zwangsabschiebungen wieder ab.

Arzt und Rettungssanitäter begleiten nun

Gemeinsam mit den Kantonen hat der Bund Sofortmaßnahmen beschlossen, damit sich der Ablauf der Flüge verbessert. Künftig wird für jeden Sonderflug ein Arzt und ein Rettungssanitäter aufgeboten. Außerdem sollen die Informationen zum medizinischen Zustand der betroffenen Abschiebehäftlinge besser fließen. Allerdings erfolgt die Wiederaufnahme schrittweise. Das Personal für die Maßnahmen muss erst beschafft werden. Noch nicht aufgenommen werden Flüge nach Nigeria: Das Land lässt die Flüge erst wieder zu, wenn die Abklärungen zum Tod des Nigerianers abgeschlossen sind.

Aufatmen können mit der Wiederaufnahme die Kantone: Sie kämpften wegen des Stopps der Sonderflüge mit Platzproblemen. Zudem mussten sie Abschiebehäftlinge freilassen, weil keine Möglichkeit zur Abschiebung bestand. Entsprechend machten sie beim Bund Druck für eine Wiederaufnahme der Flüge. (APA)

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