Afrikanische Hoffnung, asiatisches Selbstbewußtsein

13. Juni 2010, 19:41
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Eto'o und Co. auf Millas Spuren - Aufstand gegen Defensivkonzept des Trainers bei Japan

Bloemfontein - Die einen tragen die Hoffnungen ganz Afrikas auf ihren Schultern, die anderen werden an ihrer maßlosen Selbstüberschätzung gemessen. Japan und Kamerun stehen vor ihrem WM-Auftakt am Montag in Bloemfontein (16.00 Uhr/live ORF und Sky) unter ganz besonderem Druck.

Nachdem Ghana und die Elfenbeinküste Pech mit der Auslosung und Verletzungen hatten, gilt Kamerun als der Hoffnungsträger eines ganzen Kontinents bei der ersten WM in Afrika. Die 'unzähmbaren Löwen' sollen mindestens den Coup der legendären Elf um Roger Milla wiederholen, die sich 1990 als erstes afrikanisches Team ins WM-Viertelfinale und die Herzen der Fans tanzte.

Trainer Paul Le Guen glaubt, dass die Nachfolge-Generation um Superstar Samuel Eto'o in die großen Fußstapfen treten kann. 'Ich bin optimistisch, dass wir weit kommen werden. Und warum nicht bis ins Viertelfinale?', sagt der dreimalige Meistermacher von Olympique Lyon: 'Dieses Team wird uns alle überraschen..'

Dabei setzt der Bretone auf ein ungewöhnliches Sturmduo. Denn neben dem dreimaligen Afrika-Fußballer Eto'o wird Eric-Maxim Choupo Moting vom 1. FC Nürnberg auflaufen. Der gebürtige Hamburger spielte im März noch für die deutsche U21, erzielte in zwei Länderspielen bereits ein Tor und steht bei Le Guen hoch im Kurs. 'Ich setze auf Eto'o und Choupo-Moting', versichert der Coach: 'Das Zusammenspiel zwischen den beiden klappt sehr gut. Es sind zwei intelligente Spieler und deshalb bin ich sicher, dass sie ein gutes Spiel machen und Tore schießen werden.'

Der absolute Hoffnungsträger aber ist natürlich Eto'o. 'Er ist ein großer Spieler, er ist mein Kapitän und mein erster Ansprechpartner', sagt Le Guen über den 29-Jährigen, der 2009 mit dem FC Barcelona und nun mit Inter Mailand das Triple aus nationaler Meisterschaft, Pokalsieg und Gewinn der Champions League feierte.

Nachdem die Ikone Milla vor dem Turnier sagte, der als schwierig geltende Eto'o habe zwar 'viel für Barcelona und Inter geleistet, aber nie irgendetwas für Kamerun geleistet', hatte der in der Ehre gekränkte Stürmerstar sogar mit dem WM-Verzicht gedroht. Nun sprüht Eto'o wieder vor Tatendrang. 'Wir sind eine gefährliche Mannschaft', erklärt er.

Noch viel optimistischer klingt das bei den Japanern, doch dies wirkt wie das Rufen im Wald. 'Ich will die Welt überraschen. Und ich will ins Halbfinale', sagt Trainer Takeshi Okada. Außer dass die Japaner in drei Spielen gegen Kamerun noch ohne Gegentor sind, sprechen fast alle nur denkbaren Statistiken gegen die Asiaten. Das Team um den Deutschland-Legionär Makoto Hasebe hat seit fünf Spielen nicht gewonnen, ist als 45. der FIFA-Weltrangliste das nominell viertschlechteste Team der WM (Kamerun 19.) und hat noch nie ein WM-Spiel auf ausländischem Boden gewonnen.

Zudem ist der Hausfrieden schon empfindlich gestört. Verteidiger Tulio kritisierte nämlich die defensive Spielweise des auch in den heimischen Medien bereits in der Kritik stehenden Coaches. 'Wenn wir so spielen, wie es unser Trainer uns vorgibt, können wir nicht zeigen, was wir draufhaben', sagte er und kündigte sogar an, die taktischen Anweisungen zu ignorieren: 'Ich werde definitiv angreifen, wenn die Situation es erfordert. Fußball muss Spaß machen, er erfordert Kreativität. (SID)

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