Taliban eng mit Geheimdienst verbunden

13. Juni 2010, 13:57
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Britische Studie: Nach wie vor Hilfe mit Geld, Munition und Ausrüstung

Kabul - Eine britische Studie wirft dem pakistanischen Militärgeheimdienst ISI weit engere Verbindungen zu den afghanischen Taliban vor als bisher vermutet. Die Befunde deuteten darauf hin, dass die Unterstützung der Taliban quasi offizielle Linie des ISI sei, heißt es in der am Sonntag veröffentlichten Untersuchung der London School of Economics. So ergebe sich aus Interviews mit Taliban-Kommandanten in Afghanistan, dass Pakistan den Islamisten nach wie vor in beträchtlichem Ausmaß mit Geld, Munition und Ausrüstung helfe.

Dies habe sich in Gesprächen mit weiteren Experten bestätigt. Demnach seien die Taliban finanziell weitgehend vom ISI und von Unterstützung aus den Golfstaaten abhängig. Nach Überzeugung fast aller befragten Taliban-Kommandeure sei der ISI sogar im höchsten Leitungsgremium der Bewegung vertreten.

Über Verbindungen zwischen Taliban und ISI wird seit langem spekuliert. Im Frühjahr 2009 hatten hochrangige US-Militärs erklärt, es gebe Hinweise auf eine Unterstützung der Taliban und Al-Kaidas durch Teile des ISI. Der Geheimdienst müsse solche Aktivitäten unterbinden. (APA)

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    Afghanischer Taliban-Kämpfer in Torkham, nahe der Grenze zu Pakistan.

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