Uganda: Regierung kündigt Waffenstillstand auf

19. April 2003, 19:03
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Präsident ordnet erneute Bekämpfung der Rebellen an

Kampala - Die ugandesische Regierung hat am Samstag eine erneute Bekämpfung der Rebellen angeordnet und damit ihren einseitigen Waffenstillstand aufgekündigt. Präsident Yoweri Museveni habe beschlossen, die Kämpfe im Norden des Landes wieder aufzunehmen, berichtete ein unabhängiger Radiosender unter Berufung auf eine Stellungnahme der Regierung. Militärsprecher Shaban Bantariza erklärte, der vor einem Monat begonnene Friedensprozess sei zusammengebrochen.

Museveni hatte am 10. März für einige Gebiete des Bezirks Pader einen Waffenstillstand verkündet und die Rebellen aufgefordert, sich dort aufzuhalten. Die im Norden Ugandas kämpfende Rebellenbewegung LRA forderte jedoch eine Ausdehnung des Waffenstillstands auf weitere Gebiete. Museveni erneuerte sein Angebot drei Mal bis zum 31. März, die Gefechte dauerten jedoch an. In einer Stellungnahme der Regierung hieß es, seit dem 10. März habe die Widerstandsarmee des Herrn (LRA) 64 Zivilisten getötet, 60 verletzt und 192 weitere entführt. Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen fielen dem Bürgerkrieg in Uganda seit 1986 bereits mehr als 23.000 Menschen zum Opfer. (APA/AP)

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