Deutsche Lokführer-Gewerkschaft kündigt Streiks für Dienstag an

19. April 2003, 18:50
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Rückkehrer aus Osterurlaub müssen mit Behinderungen rechnen

Berlin - Bahnkunden in Deutschland müssen nach Ostern wegen erneuter Streiks von Lokführern mit Verspätungen und Zugausfällen rechnen. "Ab Dienstag geht es in zwei ausgewählten Regionen los, nach und nach dehnen wir den Arbeitskampf aus", sagte der Vorsitzende der Lokführergewerkschaft GDL, Manfred Schell, der "Bild am Sonntag". Wenn die Bahn nicht reagiere, komme es spätestens in der ersten Mai-Woche zur Urabstimmung. "Dann drohen unbefristete Streiks." Fern- und Nahverkehr seien gleichermaßen betroffen. In der Gewerkschaft ist mit 35.000 Mitgliedern die überwiegende Zahl der Bahn-Zugführer organisiert. Sie hatten bereits Anfang März mit Warnstreiks den Zugverkehr in Deutschland teilweise lahmgelegt.

Die Tarifgespräche zwischen der GDL und der Deutschen Bahn waren am vergangenen Montag gescheitert. Die Gewerkschaft fordert einen eigenen Tarifvertrag für Lokführer. Schell sagte, beide Parteien seien "meilenweit" voneinander entfernt. Alle bisher gemachten Zugeständnisse würden jetzt zurückgezogen. Die GDL wehrt sich unter anderem dagegen, dass anrechenbare Arbeitszeiten - etwa für die Rückfahrt eines Lokführers nach Dienstende zu seinem Heimatbahnhof - nicht mehr in bisheriger Höhe gewährt werden sollen.

Die beiden anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA hatten sich mit dem Konzern schon Mitte März auf einen Abschluss geeinigt, der für rund 160.000 Bahn-Beschäftigte unter anderem Lohn- und Gehaltssteigerungen in mehreren Schritten um 3,2 Prozent und die Anhebung der Ost-Gehälter auf West-Niveau bis 2006 vorsieht. Die Übernahme dieses Tarifabschlusses hatten die Schlichter auch für die Lokführer empfohlen, doch wies die GDL den Schlichterspruch überraschend zurück. (APA)

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