Präsidentenwahlen in "Republik Somaliland"

19. April 2003, 18:05
posten

Regierungspartei gewinnt knapp in abtrünniger somalischer Provinz

Hargeisa - Bei der ersten Präsidentschaftswahl in der selbsternannten "Republik Somaliland" im Norden Somalias hat der Kandidat der Regierungspartei gewonnen. Der amtierende "Präsident" Dahir Riyale Kahin von der Union der Demokraten (UDUB) setzte sich mit einem Vorsprung von lediglich 80 Stimmen knapp gegen Ahmed Muhammad Silanyo von der oppositionellen Solidaritätspartei durch, wie die Wahlkommission am Samstag mitteilte. Den Angaben zufolge erhielt Kahin insgesamt 205.595 Stimmen, für seinen Rivalen votierten 205.515 Wähler.

Es war die erste Präsidentschaftswahl seit der Erklärung der Unabhängigkeit von Somaliland vor zwölf Jahren. Somaliland hatte sich 1991 unter der Führung von Mohammed Ibrahim Egal für "unabhängig" erklärt, nachdem Somalia nach dem Sturz des Diktators General Mohammed Siad Barre in Anarchie und Chaos versunken war. Der im Vorjahr verstorbene Egal, ehemaliger Minister unter Siad Barre, hatte 1981 das "Somali National Movement" (SNM) gegründet und 1991 die Sezession betrieben.

Unter Egal entwickelte sich Somaliland zur einer Oase des Friedens und der Stabilität im von Clan-Milizen umkämpften Somalia. Bis heute hat Somaliland keine völkerrechtliche Anerkennung erlangt. (APA/dpa)

Share if you care.