"Entschädigung" für Kinderbetreuung

13. Juni 2003, 15:33
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Kurzer Abriss zur Entwicklung der pensionsrechtlichen Anerkennung

1965 wurde erstmals beschlossen, die Zeiten des Wochengeldbezuges als Ersatzzeiten für die Pension anzurechnen. Unter der SPÖ-Alleinregierung (1971 bis 1983) erfolgten dann die ersten Schritte der pensionsrechtlichen Anerkennung der Zeiten der Kindererziehung. 1971 wurde die Zeit des Karenzurlaubsgeldes als Ersatzzeit in die Pensionsversicherung eingeführt. Ab 1973 galten dann die ersten zwölf Monate nach der Geburt eines Kindes grundsätzlich als Ersatzzeit für die Pension, egal ob Karenzurlaub genommen wurde oder nicht. Die Reform 1979 legte fest, dass Versicherungszeiten für die Erziehung eines Kindes bis zu dessen dritten Lebensjahr, insgesamt aber höchstens 72 Monate, im Wege der Selbstversicherung zu einem begünstigten Beitragssatz erworben werden können. Mit diesem "Nachkauf" sollten Frauen die Möglichkeit haben, Pensionslücken aufzufüllen.

Zwei Jahre pro Kind

Ab 1987 konnten auch Adoptiv- und Pflegeeltern eine Jahr an Ersatzzeit geltend machen, ab 1990 - der Einführung der Väterkarenz - galt diese Ersatzzeitregelung auch für Männer. Ebenfalls 1990 kam es zu einer Gesamtaufwertung: für Entbindungen ab dem 1. 7. 1990 wurden statt zuvor zwölf nunmehr 24 Monate als Ersatzzeiten angerechnet. Weiters wurde 1987 die Möglichkeit der Selbstversicherung für diejenigen Personen geschaffen, die ein behindertes Kind pflegen und deren Arbeitskraft aus diesem Grund gänzlich in Anspruch genommen wird. Sie besteht längstens bis zum 30. Lebensjahr des Kindes.

Vier Jahre pro Kind

Mit der großen Pensionsreform 1993 kam dann eine weitere Verbesserung: pro Kind wurden vier Jahre als Ersatzzeit angerechnet, und zwar mit einer fixen Bemessungsgrundlage für alle Frauen. Diese lag zunächst 1993 knapp unter 6.000 S (436 Euro), ab 2000 erfolgte dann auch hier eine Aufwertung und es wurde der Einzelrichtsatz für die Ausgleichszulage herangezogen.

18 Monate und 24 Monate

Schwarz-Blau legte dann mit der Einführung des Kindergeldes 2002 18 Monate als "pensionsbegründend" fest. Das hieß: eineinhalb Jahre gelten nun wie Beitragszeiten, also können Teil der nötigen 15 Pensionsanwartschaftsjahre werden, zweieinhalb Jahre gelten weiter als Ersatzzeiten. (red)

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    Die minimale Anrechnung der Kindererziehungszeit bedeutet für die meisten Frauen kein geruhsames Zurücklehnen im Alter.
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