Archäologe schlägt kurze Amnestie für Diebe und Plünderer vor

19. April 2003, 11:10
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Um wenigstens einen Teil der aus Nationalmuseum gestohlenen Gegenstände zurückzuerhalten

Tel Aviv - Ein israelischer Archäologe hat eine kurzzeitige Amnesty für Diebe und Plünderer in Bagdad vorgeschlagen, um wenigstens einen Teil der aus dem dortigen Nationalmuseum gestohlenen Gegenstände zurückzuerhalten. Dan Bahat, Professor an der Bar-Ilan-Universität in Tel Aviv, sagte am Samstag im israelischen Rundfunk, man müsse zwar davon ausgehen, dass die wichtigsten Fundstücke von professionellen Banden gestohlen wurden, bei einem Teil habe es sich jedoch um Plünderungen "einfacher Leute" gehandelt. "Vielleicht kann man diese durch eine zeitlich beschränkte Amnestie zur Rückgabe der Gegenstände bewegen".

Der Archäologe äußerte die Befürchtung, dass vor allem die aus Edelmetall bestehenden Gegenstände für immer verloren sein könnten. "Die wichtigsten Stücke sind ja so bekannt, dass sie praktisch unverkäuflich sind. Und es könnte sein, dass die Diebe alles einschmelzen, was aus Gold oder Silber gemacht wurde". Angesichts des Bekanntheitsgrads der gestohlenen Stücke hält Bahat es für möglich, dass zumindest ein Teil der Beute im Auftrag gestohlen, in den Safes privater Sammler landen und nie mehr bei Auktionen auftauchen werde.

Bereits während der Wirren des Krieges von 1991 sei ein Teil des Museumsbesitzes geplündert und ins Ausland geschafft worden, sagte Bahat. (APA/dpa)

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