"Handelsagenten müssen sich stärker fortbilden"

18. April 2003, 19:27
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30 Prozent haben keine Ausgaben für Weiterbildung

Wien - "Die Handelsagenten müssen sich gerade im Hinblick auf die Osterweiterung und die fortschreitende Globalisierung stärker fortbilden." Walter Krammer, Chef des Bundesgremiums der Handelsagenten in der Wirtschaftskammer, fordert im STANDARD-Gespräch von seinen rund 8500 Berufskollegen Weiterbildungsbereitschaft vor allem im sprachlichen und kaufmännischen Bereich.

Eine Umfrage des Market-Institutes zeige, dass immerhin 48 Prozent der Agenten der Auffassung sind, dass ihr Wissensniveau ausreicht. 30 Prozent geben an, keine Ausgaben für Weiterbildung zu tätigen. "Dabei muss man sich vor dem Hintergrund der Internationalisierung des Wettbewerbs unbedingt zusätzliche Qualifikationen zulegen", so Krammer. Das Bewusstsein sei hier lediglich im Bereich der EDV oder des E-Commerce vorhanden.

In den USA gebe es seit vielen Jahren ein zertifiziertes Drei-Jahresprogramm für die Fortbildung der Handelsagenten. Dieses koste zwar rund 10.000 Dollar, werde aber dennoch gut angenommen, da Firmen bei der Auftragsvergabe an Handelsagenten auf das Zertifikat verstärkt achten würden, sagt Krammer. In Österreich habe man vor vier Jahren gemeinsam mit dem Wirtschaftsförderungsinstitut begonnen, institutionalisierte Fortbildung anzubieten. Derzeit werde überlegt, dieses Programm auch über Internet zur Verfügung zu stellen.

Zum Thema "Umgang mit der Globalisierung" findet vom 8. bis zum 10. Mai in Wien ein Kongress der IUCAB ("International Union of Commercial Agents and Brokers") statt. Die IUCAB ist die Dachorganisation von 17 nationalen Handelsagenten-Verbänden mit Sitz in Amsterdam. Sie vertritt rund 450.000 Handelsagenten, die immerhin 1200 Mrd. Dollar pro Jahr erwirtschaften. (zwi/DER STANDARD Print-Ausgabe, 19.4.2003)

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