Lang inhaftierter Regierungskritiker freigelassen

12. Juni 2010, 22:29
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Erstmals seit Beginn der Vermittlungsbemühungen der katholischen Kirche

Matanzas - Erstmals seit Beginn der Vermittlungsbemühungen der katholischen Kirche haben die kommunistischen Machthaber in Kuba einen schwer kranken Regierungskritiker aus dem Gefängnis entlassen. Der seit seiner Inhaftierung im Jahr 2003 querschnittsgelähmte Ariel Sigler wurde am Samstag von Havanna in einem Krankenwagen in seinen Heimatort Matanzas gebracht, wie seine Familie bekannt gab. Der 46-Jährige sei von dem Wiedersehen "sehr ergriffen" gewesen.

Sigler war zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Er ist der zweite politische Häftling auf Kuba, der seit der Übernahme der Präsidentschaft durch Raul Castro von seinem Bruder Fidel Castro im Februar 2008 auf freien Fuß kam.

Die katholische Kirche hatte sich in den Konflikt um die politischen Gefangenen auf Kuba eingeschaltet, nachdem der Regierungskritiker und Journalist Guillermo Farinas in einen Hungerstreik getreten war, um auf die Lage der Dissidenten in Kuba aufmerksam zu machen. Farinas hatte sich zum Hungerstreik entschlossen, als am 24. Februar der politische Häftling Orlando Zapata nach 85 Tagen Hungerstreik im Alter von 42 Jahren gestorben war. (APA)

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