Extremistenführer Albin Kurti zu Haftstrafe verurteilt

15. Juni 2010, 14:53
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Urteil wegen Anstiftung zur Gewalt und Behinderung der Justiz - Strafe ist bereits verbüßt

Pristina  - Im Kosovo ist der Nationalistenführer Albin Kurti wegen Anstiftung zur Gewalt und Behinderung der Justiz zu einer neunmonatigen Haftstrafe verurteilt worden. Das EU-geführte Gericht sah am Montag eine Mitverantwortung Kurtis an der Gewalteskalation bei Protesten im Februar 2007 als erwiesen an, wie die Menschenrechtsorganisation Humanitarian Law mitteilte. Bei den Ausschreitungen waren zwei Menschen getötet und rund 80 weitere verletzt worden.

Kurti wurde unmittelbar nach dem Urteilsspruch auf freien Fuß gesetzt, weil er seine Strafe in Untersuchungshaft oder unter Hausarrest bereits verbüßt hat, hieß es weiter. Vor seiner Verhaftung am Samstag war Kurti wiederholt nicht vor Gericht erschienen. Er kritisiert die Einflussnahme von EU-Vertretern im Kosovo. Im Rahmen der europäischen Polizei- und Justizmission EULEX sind in der ehemaligen serbischen Provinz derzeit rund 3000 Fachkräfte der EU als Polizisten, Justiz- oder Zollbeamte im Einsatz.

Das Kosovo hatte im Februar 2008 seine Unabhängigkeit erklärt. Bisher erkannten 65 Länder, darunter die USA und die meisten EU-Staaten, die Unabhängigkeit an. Belgrad hingegen betrachtet das Kosovo noch immer als zu Serbien zugehörig. (APA)

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    Pristina, 12. Juni 2010: Nach Albin Kurtis Verhaftung attackieren "Vetvendosje"-Anhänger Fahrzeuge der EU-Mission.

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