Starke Gauchos schlagen Super Eagles knapp

12. Juni 2010, 18:20
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Gold-Tor für Argentinien durch Heinze per Kopf - Messi machte Maradona glücklich, scheiterte aber mehrmals aussichtsreich

Johannesburg - Diego Maradona war beinahe nicht zu halten vor Glück. Nach seinem ersten Sieg als Trainer bei einer WM umarmte er jeden seiner Spieler - nur den Mann des Tages stemmte er sogar in die Luft. Den Siegtreffer des zweimaligen Weltmeisters Argentinien zum 1:0 (1:0) gegen Nigeria erzielte Routinier Gabriel Heinze (6.), doch die Sonderbehandlung durch Maradona wurde Lionel Messi zuteil - zu Recht: Der Weltfußballer glänzte allerdings mit Zauber-Pässen und Tempo-Dribblings.

Für die Schönheit

'Fußball wäre nicht so schön, wenn Messi nicht so oft den Ball bekommen würde', sagte Maradona über den 22-Jährigen, der allerdings auch einige gute Torchancen vergab - ein Makel, der diesmal beinahe allen Argentiniern anhaftete. 'Wir haben in der vergangenen Woche viel für die Offensive trainiert, aber es hat leider nicht so gut funktioniert. Aber wir haben gewonnen, es ist ein guter Sieg, das gibt uns eine gewisse Sicherheit', sagte Maradona, der außerdem dem ausgezeichneten nigerianischen Torhüter Vincent Enyeama eine 'hervorragende Leistung' bescheinigte.

Argentinien startete in Südafrika zum fünften Mal in Serie erfolgreich in das Endturnier einer Fußball-WM. Die Südamerikaner treffen in ihrem zweiten Spiel der Gruppe B am kommenden Donnerstag in Johannesburg auf Südkorea. Nigeria, das nach 1994 (1:2) und 2002 (0:1) zum dritten Mal in einer WM-Vorrunde gegen Argentinien verlor, bekommt es am gleichen Tag in Bloemfontein mit Griechenland zu tun. Otto Rehhagels Griechen hatten am frühen Samstagnachmittag in Port Elizabeth gegen Südkorea 0:2 (0:1) verloren.

Überfallsartig

Vor 55.686 Zuschauern im ausverkauften Ellis Park von Johannesburg schienen die Südamerikaner den Afrika-Cup-Dritten in der Anfangsphase beinahe überrollen zu wollen. Angetrieben von Messi spazierten die Albiceleste auf den Spuren ihres Nationaltrainers Maradona leichtfüßig durch die anfällige Hintermannschaft der Super Eagles und kam zu vielen klaren Chancen. Am Ende verhinderte nur der Torhüter Enyeama eine höhere Niederlage seiner Mannschaft. Sechs Großchancen vereitelte er.

'Es ist schon verrückt. Ich habe so viel gehalten, doch dieses eine verflixte Gegentor hat uns das Genick gebrochen', erklärte der unglückliche Enyeama, ergänzte aber: 'Wir werden uns jetzt selbst nicht umbringen.' Dazu besteht auch keine Notwendigkeit.

Eagles fehlte Präzision

Nigeria trat nach einer missratenen ersten Halbzeit viel schwungvoller auf und gestalteten die Partie, die die Klasse der Anfangsphase nicht mehr hielt, streckenweise sogar offen. Selbst beste Chancen aber blieben ungenutzt: Die Nigerianer zielten meist am Tor vorbei.

Auch Messi traf nicht, verbreitete aber den Glanz des besten Fußballers der Welt. Der Siegtreffer war freilich ein gemeinsames Produkt zweier Routiniers. Einen Eckball von Juan Sebastian Veron wuchtete der völlig ungedeckte Heinze vom Elfmeterpunkt aus per Kopf ins Netz. Maradona wurde damit früh für seine offensive Ausrichtung belohnt. Neben Messi und Gonzalo Higuain hatte er auch Carlos Tevez von Beginn an aufgeboten. Das Trio hatte in der vergangenen Saison insgesamt 84 Ligatore erzielt.

Nach dem 1:0 kontrollierte Argentinien das Spiel weiter, nahm aber streckenweise ein wenig Tempo aus der Partie. Die Afrikaner, bei denen Chinedu Obasi einer der Aktivsten war und immer wieder den Abschluss suchte, nutzten diese Phasen kaum für zwingende Angriffsaktionen. Während Messi (18./37.) und Higuain (21.) an Enyaema scheiterten, bemühten sich die Nigerianer vergeblich und prüften Sergio Romero im Tor der Albiceleste kaum einmal.

Um nach dem Seitenwechsel zulegen zu können, bildeten die Super Eagles nach dem Halbzeitpfiff des guten Schiedsrichters Wolfgang Stark noch auf dem Platz einen Kreis und schworen sich auf den zweiten Durchgang ein. Ein wenig schien diese ungewöhnliche Maßnahme zum Erfolg zu führen.

Die Argentinier drückten allerdings in den entscheidenden Momenten allerdings immer wieder aufs Gas und kamen durch Messi (65./81.) und Higuain (66.) zu weiteren guten Chancen. Allerdings hätte auch Nigerias Taye Taiwo treffen können (71.). (SID)

Argentinien - Nigeria 1:0 (1:0)
Johannesburg, Ellis Park, 60.000 Zuschauer, SR Wolfgang Stark/Deutschland.

Tor: 1:0 (6.) Heinze

Argentinien: Romero - Gutierrez, Demichelis, Samuel, Heinze - Veron (74. M. Rodriguez), Mascherano, Di Maria (85. Burdisso) - Messi - Higuain (79. Milito), Tevez

Nigeria: Enyeama - Odiah, Yobo, Shittu, Taiwo (75. Uche) - Kaita, Etuhu, Haruna, Obasi (60. Odemwingie) - Yakubu, Obinna (52. Martins)

Gelbe Karten: Gutierrez bzw. Haruna

  • Goldköpfchen Gabriel Heinze ließ Diego Maradona früh jubeln.
    foto: epa/georgi lickovski

    Goldköpfchen Gabriel Heinze ließ Diego Maradona früh jubeln.

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    Gabriel, der Erlöser, setzt zum Sprint nach dem herrlichen Flugkopfball an

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