Opposition zerpflückte Faymann-Rede

12. Juni 2010, 14:45
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FPÖ kritisiert "sozialistische Plattitüden" - BZÖ kritisiert "visionslosesten Bundeskanzler aller Zeiten" - Grüne kritisieren mangelndes Durchsetzungsvermögen gegen ÖVP

Wien - Die Rede von SPÖ-Chef Werner Faymann beim Parteitag in Vösendorf am Samstag ist von den Oppositionsparteien wie zu erwarten zerpflückt worden. FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl sah "sozialistische Plattitüden statt sozialem Handeln", für BZÖ-Generalsekretär Christian Ebner hat sich Faymann als der "visionsloseste Bundeskanzler aller Zeiten" herausgestellt. Und Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig goutierte dessen "klassenkämpferische Robin-Hood-Rede" vor den eigenen Parteifreunden nicht, da man sich so auch nicht gegen die ÖVP durchsetzen werde.

Faymanns Rede sei "selbst mit ihren mageren 45 Minuten immer noch zu lang gewesen", höhnte Kickl via Aussendung, so schaffe die SPÖ sicher keine Trendumkehr. Die "verzweifelten Versuche, den roten Wählerschwund zu beenden", würden zudem an die "permanenten Fehlschläge beim Schließen des Bohrlochs im Golf von Mexiko erinnern". Faymann sei ein genauso schlechter Redner wie Sozialpolitiker, meint Kickl.

Für BZÖ-Generalsekretär Ebner hat Faymann einmal mehr bewiesen, "dass es ihm nicht um Österreich und die Menschen, sondern nur um Posten geht". Faymann sei auch der "visionsloseste SPÖ-Vorsitzende der Zweiten Republik". Es sei traurig, dass dieser diesmal keine Visionen vorgebracht habe, in welche Richtung sich Österreich in den kommenden Jahrzehnten entwickeln soll.

Glawischnig bemängelte vor allem, dass sich Faymann als Regierungschef gegen die ÖVP nicht durchzusetzen könne. "Dem Koalitionspartner vor den eigenen Parteigängern ins Wadl zu beißen, ist billig. Für die Wiederwahl zum Parteichef wird es ausreichen, für das Durchsetzen wichtiger Maßnahmen wie die ohnehin schwachbrüstige Mindestsicherung oder eine echte Vermögensbesteuerung wohl kaum." (APA)

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