EU-Ratspräsidentschaft erhöht Druck auf Israel

12. Juni 2010, 18:53

Zapatero verspricht Abbas Bemühen um "starke gemeinsame Position"

Madrid - Die spanische EU-Ratspräsidentschaft will Israel durch erhöhten diplomatischen Druck zur Aufhebung der Gaza-Blockade bringen. Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero sagte am Samstag bei einem Treffen mit dem palästinensischen Präsident Mahmoud Abbas in Madrid, aufgrund der humanitären Lage im Gazastreifen arbeite er auf eine "starke gemeinsame Position" der Europäischen Union hin. Der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos werde am Montag beim Treffen mit seinen EU-Kollegen in Luxemburg eine Initiative vorschlagen, um die Aufhebung der Blockade zu erreichen.

Die EU-Außenminister wollen nach Diplomaten-Angaben Israel aufrufen, deutlich mehr Güter in das palästinensische Gebiet zu lassen. Abbas zeigte sich mit der "Rolle der EU und ihrer politischen Position" zufrieden. Auch seine Gespräche mit US-Präsident Barack Obama diese Woche in Washington seien "konstruktiv" gewesen, sagte der palästinensische Präsident in Madrid. Die Europäische Union will den Aufbauprozess eines lebensfähigen palästinensischen Staates stärker unterstützen. Die EU-Kommission hat deswegen den Palästinensern zollfreien Zugang zum europäischen Markt in Aussicht gestellt. Dieser Schritt werde palästinensische Exporte in die Union erleichtern und den Privatsektor wiederbeleben, hieß es in einer am Donnerstag veröffentlichten Erklärung von Handelskommissar Karel de Gucht, der in Brüssel mit dem palästinensischen Wirtschaftsminister Hassan Abu Libdeh zu Gesprächen zusammengetroffen war. Ausfuhren aus den palästinensischen Gebieten sollten in unbegrenzter Menge zollfrei sein. Damit würde der Zugang zum EU-Markt über das bereits bestehende Freihandelsabkommen hinaus erleichtert, betonte De Gucht.

Massive Finanzhilfe

Die USA hatten massive Finanzhilfe für die unter der israelischen Blockade leidende palästinensische Bevölkerung im Gazastreifen angekündigt. Nach einem Treffen mit dem palästinensischen Präsidenten im Weißen Haus hatte US-Präsident Barack Obama dafür 400 Millionen Dollar (335 Millionen Euro) in Aussicht gestellt. Die derzeitige Lage im Gazastreifen sei unhaltbar, erklärte Obama. Obama bezeichnete die Erstürmung einer Gaza-Hilfsflotte in internationalen Gewässern durch das israelische Militär, das dabei neun Türken erschoss, als "Tragödie" und verlangte neuerlich eine vollständige Aufklärung der Vorkommnisse. Abbas forderte in Washington, die "israelische Belagerung des palästinensischen Volkes" müsse ein Ende haben. Das israelische Außenministerium ließ daraufhin verlauten, die "minimale" Voraussetzung für eine Aufhebung der Blockade sei die Herstellung von regelmäßigen Kontakten zu dem seit 2006 im Gazastreifen gefangen gehaltenen israelischen Soldaten Gilad Shalit.

Die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Hamas reagierte negativ auf das Treffen Obama-Abbas. Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri erklärte in Gaza, die genannten 400 Millionen, falls sie tatsächlich zur Verfügung gestellt werden sollten, würden bei der Abbas-Administration in Ramallah landen. Abbas sei für die Hamas unglaubwürdig, solange er an den von den USA forcierten indirekten Gesprächen ("proximity talks") mit Israel festhalte. Dass Abbas in Washington zugesagt habe, die Gespräche mit der Besatzungsmacht unter US-Vermittlung fortzusetzen, sei ein "Verräter-Stich in den Rücken unseres Volkes", betonte der Hamas-Vertreter. (APA)

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Posting 1 bis 25 von 67
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pago1
43
13.6.2010, 15:19
wieviel geld erhält israel von der eu?

d_parker
11
13.6.2010, 19:35
Nicht annähernd so viel wie die PA....

"Für das nationale ENPI für Israel wird zurzeit ein Finanzrahmen von rund 14 Millionen EUR für den
Zeitraum 2007-2013 veranschlagt."

http://ec.europa.eu/world/enp... ael_de.pdf

EC assistance to the Palestinians people in 2000-2009:
3356,39 Mio EUR

http://ec.europa.eu/external_... dex_en.htm

Fridolin der Große
23
13.6.2010, 17:00

auf jeden Fall zu viel.
Wobei direkte Geldtransfer sicher nicht das Gros ausmachen sondern Vergünstigungen im Warenverkehr bzw. ummittelbare Subventionierungen des Steuerzahlers für das israelische Rüstungsprogramm.

Deutschland liefert z.B. U-boote und subventioniert dies mit dreistelligen Mio.Zahlungen - dafür kann Israel dann seine Atomwaffen rund um die Welt schicken. Das ist doch was.

Austro-Spanier0
164
13.6.2010, 12:45
Zapatero wäre gut beraten, sich um seinen eigenen Mist zu kümmern,

sprich 4,5 Millionen Arbeitslose und eine Wirtschaft in Trümmern, als sich in einem Konflikt zu beteiligen, von welchem er, wie von so vielen anderen Dingen keine Ahnung hat. Übrigens nimmt man dieser Tage Zapatero nicht einmal mehr in Spanien ernst, wenn man die letzten Kommentare von Felipe González hört oder liest.

d_parker
94
13.6.2010, 14:53
Wie können Sie nur so harsch mit Mr. Bean umspringen!? ;-)

Wie kann er sich denn mit solchen Petitessen wie der beispiellosen span. Wirtschaftskrise befassen, wenn in der Ferne die Windmühlen in Form seines Lieblingsprojektes "Alianza de civilizaciones" rufen? Noch dazu wo mit der Flotillenaffäre die Türkei, d.h. mit Erdogan sein Lieblingspartner betroffen ist. Klar muss er da seinen Senf dazugeben...
Ein wahrer Don Quijote 2.0

Naja, man kann von Glück sagen, dass die span. Ratspräsidentschaft schon so gut wie vorbei ist.

joh_14
40
13.6.2010, 08:57
Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun

Carlito336
818
13.6.2010, 08:12
Den israelischen Soldaten hätten sie schon längst zurück haben können


Israel hätte nur ihrerseits Geiseln freilassen müssen.
Das war doch schon weit ausverhandelt. Aber dann hat Israel einen Rückzieher gemacht.

Sie brauchen halt auch politischen Konfliktstoff...

W.Hammerl
13
13.6.2010, 00:07

Na bumm! Den israelischen Politikern zittern jetzt aber wirklich die Knie.

Klaus Botschen
106
12.6.2010, 22:21

Warum ist das so schwer, regelmäßig einen Kontakt zu einem Gefangenen herzustellen? Die Kosten-Nutzen-Rechnung der Hamas ist absurd und für die Bevölkerung im Gaza-Streifen katastrophal.

Tower Hill
14
13.6.2010, 07:29
Bizarre aber nachvollziehbare Logik der Hamas:

So könnte festgestellt werden, wo Shalit sich aufhält und befreit werden.

Uwe Gerstenberg
00
13.6.2010, 11:40
Vor ein paar Monaten wurde in einem Standard-Artikel

aber ein israelischer Offizier zitiert, wonach das israelische Militär den genauen Aufenthaltsort sehr wohl kenne und sich nur mangels genauer Kenntnis der vermuteten zahlreichen Sprengfallen des gesicherten Verstecks, sowie aus Rücksicht für die Unversehrtheit des dort beherbergten Soldaten, eines Besuchs enthält.

Tower Hill
00
14.6.2010, 06:23
Da ist wohl der Wunsch Vater des Gedanken.

Lt. Hamas wird Shalit laufend verlegt. Schwer zu sagen, wie wahr solche Aussagen sind, aber nachvollziehbar wäre es schon. Zumal es angeblich schon mehrere Versuche gegeben haben soll, ihn zu befreien.

Um Shalit tobt auch ein Propagandakrieg, man sollte die Aussagen beider Seiten mit Vorsicht geniessen.

Sahin A.
53
12.6.2010, 21:47
Sieh an sieh an

khaleb
53
13.6.2010, 11:26
es wäre besser der nichtgewählte würde Druck auf die islamischen Verbündeten der Hamas ausüben

Fritz Meyer
12
12.6.2010, 20:57
Der nächste zahnlose Tiger mümmelt ein bisschen...


an Israel herum.

Nur wenn das Herrchen aus Übersee endlich einmal böse schaut, wird sich Israel vielleicht endlich zusammenreissen.

Und derzeit haben's ja eher wieder Oberwasser, weil ihnen Saudi Arabien schon den Überflug zum Luftangriff auf den Iran zugesichert hat.

Fritz Meyer.

Fritz Wintersberger
76
13.6.2010, 13:49
zu Israel

Keine Waren aus Israel importieren und diese boykottieren, dann werden sie "vielleicht" ihre Fehler einsehen.

derFried
 
02
13.6.2010, 15:15
diese Doppelmoral.....

Brutale Repression
Die Sicherheitskräfte hatten Proteste nach der Wahl im vergangenen Jahr brutal niedergeschlagen. Mehr als 30 Menschen kamen ums Leben, die Opposition spricht sogar von über 80 Toten. Tausende Regimegegner wurden festgenommen.

Mehr als 100 von ihnen, darunter ehemalige reformorientierte Minister und Abgeordnete, wurden zu langen Haftstrafen verurteilt. Zwei Monarchisten wurden hingerichtet, sechs weitere Verurteilte sitzen in der Todeszelle.

davon redet keiner... , oder die Hinrichtungen in Gaza durch die Hamas....

Ahner von Bösem
 
10
13.6.2010, 17:45
Namensschänder

zimbo
 
936
12.6.2010, 15:24
Recht auf Zement um die zerstörten Häuser aufzubauen und Medikamente und Medizin, um die Verbrennungen durch brennenden Phosphor zu behandeln.

Sowie eigene Lebensmittelfabriken, um nicht das Apartheitsregime zu fördern.

Makronaut
276
12.6.2010, 15:35

so schlimm scheint es nicht zu sein - die hamas lässt die hilfsgüter nämlich nicht rein:

nzz.ch/nachrichten/international/hamas_verweigert_annahme_der_hilfsgueter_1.5868582.html

und dass man abunker aus zement baut, sollte sich herumgesprochen haben. deswegen kommt der zement nach gaza - aber zur un, und nicht zur hamas.

dass diese daraufhin beleidigt ist, verwundert nicht.

Fridolin der Große
414
12.6.2010, 21:13

Das lebensnotwendige nicht reinlassen, aber für Kekse die Tore weeeiiiit, weeiiit aufmachen.

Die Kekse könnt ihr dann auch gleich behalten.

Makronaut
00
14.6.2010, 12:58

so schlimm scheints ja in gaza nicht zu sein, wenn medikamente und lebensmittel nicht notwendig sind.

aber ich werde sie von der hamas nicht abbringen können - das ist mir schon klar...

nützlidiot bleibt nützlidiot.

zimbo
 
42
13.6.2010, 08:08
Die Keskse müßte man dann auch noch überprüfen.

siehe Ringwurmkinder.

Chien de Pique
33
13.6.2010, 01:18

Als man das gemacht hat, war es auch nicht recht.
Für angeblich Verhungernde (wie hier regelmäßig behauptet) sind Kekse nicht das Gelbe vom Ei, aber nützlicher als Zement (Sie glauben doch nicht wirklich, dass der an der Hamas vorbei und bei den kleinen Häuslbauern ankäme?).

Sahin A.
54
13.6.2010, 13:05
Das geht auf keine Kuhhaut

Dann soll doch Israel die Wohnhäuser, Krankenhäuser, Spielplätze, Kindergärten, Fabriken die sie selbst kaputt geschossen hat, gefälligst wiederaufbauen!!


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