Paraguay spielt für Salvador Cabanas

12. Juni 2010, 10:55
posten

Opfer eines Schussattentats drückt Kollegen in Argentinien die Daumen - "Jeder Sieg ist nur für ihn"

Johannesburg - Paraguyas Nationalmannschaft ist bei ihrem Auftaktspiel bei der Fußball-WM in Südafrika am Montag in Kapstadt gegen Titelverteidiger Italien in Gedanken auch bei Salvador Cabanas. Der Angreifer hatte den Löwenanteil an der geschafften WM-Qualifikation und galt als großer Hoffnungsträger bei der Endrunde, ehe das Schicksal seinen Weg in andere Bahnen lenkte.

In den Morgenstunden des 25. Jänner wurde dem für den mexikanischen Club America stürmenden Cabanas in einem Nachtclub in Mexiko-Stadt in den Kopf geschossen. Der 29-Jährige rang lange mit dem Tod, ehe eine außergewöhnliche Genesung einsetzte. Aller Voraussicht nach werden bei Cabanas keine Folgeschäden zurückbleiben, an eine WM-Teilnahme war aber nicht zu denken.

Dennoch werde der Goalgetter in den Gedanken seiner Kollegen präsent sein, betonte Verteidiger Julio Caceres. "Er wird uns im Geiste unterstützen, und das ist ganz wichtig für uns. Alles, was wir machen, jeder Schritt, jeder kleine Erfolg, jeder Sieg, ist nur für ihn", erklärte Caceres.

Aufgrund der überraschend schnellen Gesundung war sogar spekuliert worden, Cabanas könnte Paraguay bei der WM vor Ort die Daumen drücken. Der Stürmer wird aber wohl weiterhin in Argentinien bleiben, wo er mit dem Arzt Lisandro Olmos die Rehabilitation absolviert.

Der Mediziner kann noch immer nicht ganz glauben, dass Cabanas das Attentat überhaupt überlebt hat. "So eine Verletzung führt in 80 Prozent der Fälle zum Tod. Und von den 20 Prozent, die überleben, erreichen nur drei Prozent wieder ein akzeptables Level."

Zu dieser Minderheit dürfte Cabanas zählen. "Er zeigt signifikante Fortschritte. Er kann zum Beispiel schon wieder mit dem Ball passen", sagte Olmos, wies aber gleichzeitig auch darauf hin, dass sein Patient noch mit motorischen Problemen zu kämpfen hat.

Nach dem Schussattentat mussten die Ärzte den Schädel von Cabanas anbohren, um eine Hirnschwellung zu verhindern. Die Kugel steckt nach wie vor im Kopf des Stürmers. (APA)

Share if you care.