19 Tote nach Sturzflut auf Campingplatz

12. Juni 2010, 22:46
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Mehr als zwanzig Personen werden noch vermisst - mit Video

Caddo Gap - Eine meterhohe Sturzflut auf einem Campingplatz im US-Staat Arkansas hat mindestens 19 Menschen in den Tod gerissen. Unter den Opfern sind sechs Kinder, teilten die Behörden mit. Mehr als 20 Urlauber wurden am Sonntag in dem entlegenen Berggelände vermisst. Wegen der Dunkelheit konnten die Rettungsmannschaften ihre Suche erst nach Sonnenaufgang fortsetzen. Sie befürchten, dass weitere Menschen unter entwurzelten Bäumen, Schlammbergen oder umgestürzten Wohnmobilen gefangen sind. Die Hoffnung, sie lebend zu finden, sinkt. Der Unglücksort ist so isoliert, dass auch Pferde und Kanus bei der Suche eingesetzt werden.

Ein nahe gelegener Fluss war nach sintflutartigem Regen in kürzester Zeit heftig angeschwollen, Wassermassen traten über die Ufer. Eine bis zu sechs Meter hohe Flutwelle schoss bergab durch das enge Tal inmitten der Wildnis. Sie zerstörte Gebäude, zerriss Zelte, überraschte die meisten Urlauber im Schlaf. Ein Toter wurde 15 Kilometer weit bergabwärts geschwemmt.

Das Hochwasser riss Blockhüten und Bäume nieder. Auch Wohnmobile und Autos wurden weggeschwemmt. Mindestens 24 Menschen wurden mit Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. "Es ist wie ein Alptraum, von dem man nicht aufwachen kann", sagte ein Helfer von der Heilsarmee, Major Harvey Johnson.

Die Camperin Denise Gaines aus Louisiana, die in einer Blockhütte direkt am Fluss übernachtete, sagte, sie sei von Lärmgeräuschen geweckt worden, die sich wie ein Flügelschlagen angehört hätten. Kurz darauf sei Wasser in die Hütte eingedrungen. "Ich dachte, es muss ein Schutzengel gewesen sein, der mich geweckt hat", sagte Gaines.

Sie habe ihre sechs Begleiter geweckt und angefangen, ihre Sachen zu packen, sagte die Camperin. Rasch füllte sich die Hütte bis auf Brusthöhe mit Wasser, und die Gruppe rettete sich auf einen Baum, wo sie mehr als eine Stunde lang ausharrte. Dann zog sich das Wasser binnen weniger Minuten wieder zurück, wie Gaines sagte.

 

Nach Schätzungen hielten sich zur Zeit des Unglücks am Freitag bis zu 300 Menschen - Urlauber und Anwohner - in der Region auf. Genaue Zahlen sind nicht bekannt. Das Naturschutzgebiet Ouachita National Forest ist eine beliebte Erholungsregion in Arkansas, es erstreckt sich über rund 700.000 Hektar. (APA/dpa)

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    Die Überschwemmungen in Arkansas hinterließen eine Spur der Verwüstung.

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