Durchbruch nach zweijährigen internationalen Verhandlungen
Nairobi - Die internationale Gemeinschaft hat sich auf
die Bildung eines Wissenschaftlergremiums zur Erforschung der
schwindenden Artenvielfalt nach dem Vorbild des UNO-Klimarats
geeinigt. Delegierte aus knapp 90 Staaten hätten bei einem Treffen im
südkoreanischen Pusan der Forschungsplattform für Biodiversität und
Ökosysteme IPBES zugestimmt, teilte das UNO-Umweltprogramm (UNEP) am
Freitag in Nairobi mit. Das neue Organ werde die "Kluft zwischen dem
Reichtum an wissenschaftlichen Kenntnissen", die den beschleunigten
Rückgang der Artenvielfalt belegten, und den Anforderungen an die
Regierungen für ein entschiedenes Handeln gegen diese Entwicklung
schließen, hieß es in der Erklärung.
"Traum Realität geworden"
Das IPBES soll die Regierungen in aller Welt mit neuen
wissenschaftlichen Erkenntnissen über Biodiversität versorgen. Es
orientiert sich dabei am Weltklimarat (IPCC), der Daten und Studien
zum Klimawandel zusammenträgt und 2007 für seine Arbeit mit dem
Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war. "Der Traum vieler
Wissenschaftler sowohl in entwickelten wie in Entwicklungsländern ist
Realität geworden", erklärte UNEP-Chef Achim Steiner. Die Gründung
von IPBES sei ein "wesentlicher Durchbruch bei der Organisation einer
globalen Antwort auf den Verlust von lebenden Organismen und Wäldern,
Gewässern, Korallenriffs und anderen Ökosystemen".
Der Einigung auf das Gremium waren mehr als zwei Jahre
Verhandlungen vorausgegangen. Umstritten waren vor allem die
Finanzierung und die Art der Beteiligung der Entwicklungsländer. Die
Gründung von IPBES muss im September noch von der
UNO-Generalversammlung und im Februar 2011 vom UNEP-Führungsgremium
abgesegnet werden. (APA)