Einigung auf UN-Gremium zur Erforschung der Artenvielfalt

11. Juni 2010, 23:56
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Durchbruch nach zweijährigen internationalen Verhandlungen

Nairobi - Die internationale Gemeinschaft hat sich auf die Bildung eines Wissenschaftlergremiums zur Erforschung der schwindenden Artenvielfalt nach dem Vorbild des UNO-Klimarats geeinigt. Delegierte aus knapp 90 Staaten hätten bei einem Treffen im südkoreanischen Pusan der Forschungsplattform für Biodiversität und Ökosysteme IPBES zugestimmt, teilte das UNO-Umweltprogramm (UNEP) am Freitag in Nairobi mit. Das neue Organ werde die "Kluft zwischen dem Reichtum an wissenschaftlichen Kenntnissen", die den beschleunigten Rückgang der Artenvielfalt belegten, und den Anforderungen an die Regierungen für ein entschiedenes Handeln gegen diese Entwicklung schließen, hieß es in der Erklärung.

"Traum Realität geworden"

Das IPBES soll die Regierungen in aller Welt mit neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen über Biodiversität versorgen. Es orientiert sich dabei am Weltklimarat (IPCC), der Daten und Studien zum Klimawandel zusammenträgt und 2007 für seine Arbeit mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden war. "Der Traum vieler Wissenschaftler sowohl in entwickelten wie in Entwicklungsländern ist Realität geworden", erklärte UNEP-Chef Achim Steiner. Die Gründung von IPBES sei ein "wesentlicher Durchbruch bei der Organisation einer globalen Antwort auf den Verlust von lebenden Organismen und Wäldern, Gewässern, Korallenriffs und anderen Ökosystemen".

Der Einigung auf das Gremium waren mehr als zwei Jahre Verhandlungen vorausgegangen. Umstritten waren vor allem die Finanzierung und die Art der Beteiligung der Entwicklungsländer. Die Gründung von IPBES muss im September noch von der UNO-Generalversammlung und im Februar 2011 vom UNEP-Führungsgremium abgesegnet werden. (APA)

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