Sechs Seiten, sechs Millionen

11. Juni 2010, 20:35
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"Kurier" veröffentlicht Gutachten des Steuerberaters Dietrich Birnbacher, für das er ursprünglich zwölf Millionen Euro wollte und dann sechs bekam

Der "Kurier" veröffentlichte am Freitag online jene Expertise, die der Villacher Steuerberater Dietrich Birnbacher 2007 im Auftrag des damaligen Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider und des ÖVP-Landesrates Josef Martinz verfasst hatte. In dem Dokument, das gerade einmal sechs Seiten umfasst, begutachtet Birnbacher den Verkaufsvertrag für die Kärntner Anteile an der Hypo Alpe Adria Bank an die BayernLB. Zwölf Millionen Euro waren Birnbacher als Honorar zugesichert worden, nach Bekanntwerden dieser Summe reduzierte er seine Forderung auf die Hälfte.

"Fairer Preis"

Birnbacher erklärt darin, dass der ausgehandelte Preis ein fairer sei und die Verhandlungen "ordentlich" geführt worden wären. Die Spanne des Preises, so merkte er an, sei "sicher breit". Als Anregung seinerseits kam der Vorschlag, das Land sollte nur so viel verkaufen, dass sein Anteil nicht unter 20 Prozent fällt, die notwendigen restlichen Anteile, damit die BayernLB auf 50 Prozent plus eine Aktie kommt, solle von der Mitarbeiterstiftung kommen. Damit sollten die beiden Aufsichtsratssitze für das Land gesichert werden.

Manche der Aussagen Birnbachers würden an "Kalendersprüche" erinner, schreibt der "Kurier". In dem Papier finden sich nämlich Sätze wie "Man kann nicht Anteile an einem Betrieb verkaufen und dafür verlangen, dass man sämtliche Rechte, die man als alter Eigentümer hatte, behält." Der Preis sei von Knightsbridge Capital gemeinsam mit dem Investor Tilo Berlin ausverhandelt worden. Über die Höhe heißt es bei Birnbacher, diese sei "ein Kompromiss geworden, bei dem das Problem der Wertberichtigungen mitverhandelt worden ist". Über die Philosophie von Wertberichtigungen, so der Steuerberater weiter, lasse sich "trefflich streiten", es sei dann aber auf eine Ausgleichsvereinbarung verzichtet worden. "Aus meiner Sicht ist das für das Problem Wertberichtigung gut und klug." Aufgrund all seiner Überlegungen kam Birnbacher zu dem Schluss, dass das Land bzw. die Landesholding ihre Anteile an die Bayern verkaufen sollte. (red/APA)

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