Gerechtigkeit siegt

11. Juni 2010 20:21

Man muss nur geduldig warten können

Die Kassiererin Emmely hat letztlich doch Glück gehabt. Das deutsche Bundesarbeitsgericht hob ihre fristlose Kündigung wegen Veruntreuung von zwei Pfandbons im Wert von 1,30 Euro auf. Zwar sei dadurch das Vertrauensverhältnis zur Supermarktkette "belastet", fand das Gericht. Frau Emmely habe aber durch ihre 31-jährige Betriebszugehörigkeit einen "Vertrauensvorrat" erarbeitet, der durch die einmalige Verfehlung nicht vollständig zerstört sein.

Wie schön. Die Gerechtigkeit siegt am Ende doch - und das werden wir sicher auch bei all den Bankern erleben, die ihre Institute in Milliardenverluste hineingeritten haben und bisher mit Abfertigungen und Boni davongekommen sind.Wir werden sicher auch noch erleben, dass die österreichische Justiz dazukommt, gegen jene Banker und Politiker, die die Beinahe-Milliardenpleite der Hypo Kärnten verursacht haben, etwas intensiver vorzugehen. Im Moment ist die Justiz ja leider damit beschäftigt, den einzigen Banker, der momentan sitzt, nicht aus der nunmehr ins vierte Jahr gehende U-Haft zu entlassen. Es könnte ja sein, dass er, dessen Verurteilung eine Richterin zur Justizministerin und einen Staatsanwalt zu ihrem mächtigen Kabinettschef gemacht hat, mitsamt seinen lebensbedrohlichen Krankheiten und seinem Vertrauensarzt nach Patagonien entflieht.

Man muss nur geduldig warten können. (Hans Rauscher, DER STANDARD, Printausgabe, 12.6.2010)

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10 Postings
Erwin Wolfram
13.06.2010 17:32

es ist ein wahnsinn, dass dieser verbrecherische banker sich um drei nullen hinten geirrt hat, wenn sich das gericht um drei nullen hinten irrt. aeh nein. aeh wenn sich das gericht wegen 1 euro 1000 euro gehalt bezahlen laesst, dann darf der banker statt miliionen milliarden in den sand setzen lassen. nein auch falsch. wenn die angestellte und der banker heiraten dann gibt es keine zeugen: JA RICHTIG!

info10
 
13.06.2010 14:14
galgenzeiserl
13.06.2010 10:05

das is ja auch absolut schizophren bitte

Bergdolm
13.06.2010 08:44
Gefühl für Gerechigkeit ist abhanden gekommen


Alleine der Umstand, dass eine "einstellige" Euro-Angelegenheit bis zur höchsten Gerichtsinstanz zur Entscheidung gelangete, und in unserem "Kulturraum" Millionenbetrüger nicht einmal angeklagt werden, und wenn, marschiert eine Armada von Anwälten auf, dass es kaum zu Verurteilungen - und wenn - dann zum Schadensverhältnis geringste Strafen ausgesprochen werden, ist Ungerechtigkeit pur.

Die wenigsten Kapitalverbrecher müssen dann ins Gefängnis (Ausnahme Elsner). Die kaufen sich in der Regel um gigantische Beträge frei. (Anmerkung: Das Geld bekommen sie dann sogar wieder zurück!)

Es wäre nicht verwunderlich, wenn das Volk die Sachen selbst in die Hand nähme. Das wäre zwar ungesetzlich, aber alle mal gerechter.

Yudhistira
12.06.2010 21:49
Ich fürchte mit geduldig warten

spielen wir nur "supersauberen" Leuten wie KHG+Freunderl in die Hände. Die vereinnahmen in dieser Wartezeit sämtliche Strukturen für sich. Und definieren dann in ihrem Sinne, was gerecht ist (Khols "Die Wahrheit ist eine Tochter der Zeit" ist Ausdruck dieser Beliebigkeit). Österreich, fürchte ich, hat aus seiner Geschichte keine ausreichenden Lehren gezogen.

F F
12.06.2010 13:16

Volle Zustimmung Herr Rauscher.
Kleiner Versuch einer Erklärung: Der Blick durch die Designer-Brille schränkt wahrscheinlich das Sichtfeld beträchtlich ein

mit Dummheit verseucht
12.06.2010 07:30

innerhalb der gesetzlichen Rahmenbedingungen - welche scheinbar einem jeden wurscht sind - hat sich die saloppe Gangart der Willkür breitgemacht

Justizia ist zwar blind aber riechen kann sie - und da ist was faul - es stinkt / bis in den Himmel hinein

(darf ich eine kleine Parteispende machen?)

Renzo Pasolini
11.06.2010 21:34
Und ein ehemaliger Chef einer Wiener Musiksammlung,

der jahrelang seinen Dienstgeber bestohlen hat, stolpert nun doch über seine Gaunereien, weil die deutsche Justiz eben keine Würschteln kennt. Warum liest man im STANDARD nichts davon? Ich kann's mir denken ...

Terence Lennox
12.06.2010 16:21
Dorothea von Gufidaun
13.06.2010 14:00
Dieser Artikel ist teilweise unrichtig.

Der ehemalige "Mitarbeiter" (es war der Chef der Sammlung!) ist nicht "wegen eines vermuteten Diebstahls aus dem Dienst ausgeschieden". Er wurde nie verurteilt, rehabilitiert und pensioniert. Der Leiter der Musiksammlung der Wienbibliothek, Dr. Thomas Aigner weiß seit zwei Jahren von dem Strauss-Diebstahl und wer der wahrscheinliche Dieb ist. Aber die Wienbibliothek war zu feig, Anzeige zu erstatten. Man *geniert sich* dort sehr, wenn einem etwas abhanden kommt ;)
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