Sozialausgaben steigen deutlich

11. Juni 2010, 18:50
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Pensionisten und Altersleistungen fallen stark ins Gewicht

Wien - Österreich hat seine Ausgaben für Soziales in den vergangenen Jahren deutlich erhöht. Nahezu die Hälfte entfallen auf Pensionen und andere Altersleistungen. Die Ausgaben für Gesundheit, Familie, Invalidität erfordern weniger als die andere Hälfte der Mittel - sie gingen zuletzt klar zurück, während die Pensionisten zunehmend stärker ins Gewicht fallen.

Den Beleg dafür liefert eine aktuelle Analyse des Wirtschaftsforschungsinstituts. Es bezieht sich auf Daten aus einer EU-weit einheitlichen Berechnungsmethode, die seit kurzem für 2008 vorliegen. Demnach ließ sich Österreich Soziales damals 80 Mrd. Euro kosten. Es waren vier mehr als im Jahr davor und bedeutete zugleich die stärkste Steigerung seit 2001.

Für die Dynamik bei den Altersleistungen sorgte die wachsende Zahl an Pensionisten, die zugleich höhere Pensionen beziehen. Fünf Prozent der Sozialausgaben flossen in Maßnahmen rund um Arbeitslosigkeit. Insgesamt werden die Sozialaufwendungen zu zwei Dritteln durch Beiträge der Versicherten und Unternehmen finanziert. Den Rest stellen Steuern.

Österreich reihte sich innerhalb Europas bezüglich der Sozialquote auf den sechsten Platz. Die Niederlande, Dänemark, Belgien und Schweden wandten einen höheren Anteil ihres Bruttoinlandsprodukts für soziale Zwecke auf. Vergleichbare Daten für 2009 fehlen noch. Das Wifo geht von weiterer Zunahme der Sozialausgaben aus, allein schon wegen der Mehrausgaben für den Arbeitsmarkt. (vk/DER STANDARD, 12.6.2010)

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