"Stolz lesbisch und religiös zu sein"

11. Juni 2010, 18:17
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In Tel Aviv feierten tausende Menschen die Homosexuellen-Parade

Tel Aviv - Tausende Schwule, Lesben, Bisexuelle zogen am Freitag, begleitet durch eine Großaufgebot an Sicherheitskräften, durch die israelische Mittelmeermetropole. Flaggen in Regenbogenfarben, schrille Outfits der Drag Queens sowie jede Menge Fantasiekostüme und glitzernde Körper verwandelten die weiße Stadt in ein Festival der Farben.

"Ich träume davon, dass ich auch in Israel heiraten kann und dass wir von der Gesellschaft anerkannt werden", sagte die 34 Jahre alte Zehorit Sorek. "Wir haben ein Problem, weil wir eine lesbische und eine religiöse Identität haben. Wir möchten Teil beider Gruppen sein. Wir sind stolz, lesbisch und religiös zu sein."

Start durch Schweigeminute

Hunderte PolizistInnen und Sicherheitskräfte waren nach Angaben von Polizeisprecher Mickey Rosenfeld im Einsatz. Es habe keinerlei Warnungen gegeben, dass streng Gläubige die Parade stören wollten. Mit einer Schweigeminute gedachten die TeilnehmerInnen zu Beginn der Parade der beiden Jugendlichen, die im vergangenen August beim Anschlag auf ein von Schwulen und Lesben besuchtes Zentrum getötet wurden. "In diesem Jahr ist die Herausforderung für uns gewaltig. Einerseits müssen wir eine klare Botschaft an den Mörder senden, dass wir uns nicht verstecken und erhobenen Hauptes durch die Stadt marschieren, andererseits müssen wir dieser Hass-Tat gedenken, die uns am 1. August 2009 traf", sagte Janiv Weizman, der für die Schwulen-Szene zuständige Berater von Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai.

Liberales Tel Aviv

Nach Angaben eines israelischen Homosexuellen-Verbandes sind etwa ein Viertel der 400.000 EinwohnerInnen von Tel Aviv Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender. Die Tourismusbranche wirbt mit dem Slogan "Gay Capital" für die Mittelmeermetropole. In Israel gilt als einzigem Land im Nahen Osten seit 2001 ein Antidiskriminierungsgesetz. Homosexuelle Paare, die im Ausland geheiratet haben, können beispielsweise ihre Ehe registrieren und anerkennen lassen. Anders als in dem weitgehend toleranten Tel Aviv treffen gleichgeschlechtliche Paare in anderen Landesteilen wie beispielsweise in Jerusalem oft auf Vorbehalte und Ablehnung. (APA)

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    In Israel gilt als einzigem Land im Nahen Osten seit 2001 ein Antidiskriminierungsgesetz. Homosexuelle Paare, die im Ausland geheiratet haben, können beispielsweise auch ihre Ehe registrieren und anerkennen lassen.

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