Republikaner sollen Kandidaten bei Demokraten eingeschleust haben

11. Juni 2010, 16:12
36 Postings

Arbeitsloser Politneuling gewann parteiinterne Vorwahl in South Carolina

Washington - Sonderbare Vorgänge bei einer parteiinternen Vorwahl der Demokraten im US-Bundesstaat South Carolina haben in den USA Rätselraten ausgelöst. Weil ein arbeitsloser Politikneuling die Wahl deutlich gewonnen hatte und damit im November als demokratischer Kandidat für den US-Senat antritt, sind Komplottvorwürfe gegen die Republikaner laut geworden, berichtete die "Washington Post" am Freitag. Die Republikaner hätten den Wahlsieger Alvin M. Greene (32) in die Vorwahlen eingeschleust und ihm Wählerstimmen verschafft, damit die Demokraten im November mit einem schwachen Kandidaten ins Rennen gehen, lauten diese Vorwürfe.

Das Wahlrecht in South Carolina mache diesen Trick möglich - demzufolge können auch Republikaner bei den demokratischen Vorwahlen mit abstimmen. Auch die rund 10.000 Dollar (rund 8200 Euro) teure Startgebühr für die Vorwahl hätten die Republikaner gezahlt, so der Vorwurf. Die Demokraten forderten eine offizielle Untersuchung, berichtet die "New York Times".

Arbeitsloser Ex-Soldat

Greene gilt als politischer Niemand. Medienberichten zufolge ist er ein arbeitsloser Ex-Soldat, der bei seinem Vater lebt und nach eigener Aussage dreimal pro Woche in der öffentlichen Bibliothek seine E-Mails liest. Er habe im Wahlkampf nicht eine einzige Rede gehalten, nur wenige hundert Prospekte verteilt und nicht einmal eine Internetseite geschaltet. Darüber hinaus laufe gegen ihn ein Ermittlungsverfahren, weil er Pornobilder öffentlich gemacht haben soll. Dennoch gewann er die parteiinternen Vorwahlen mit großem Vorsprung vor etablierten Politikern.

Die Medien brachten neben den Komplottvorwürfen aber auch eine andere Erklärung ins Spiel: Greenes Vorname beginnt mit A und deshalb stand er auf den Wahlzetteln am vergangenen Dienstag ganz oben. (APA/dpa)

Share if you care.