Duell der krassen Außenseiter

12. Juni 2010, 14:15
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Schlüsselspiel für Slowenien und Algerien - "Werden jedes Spiel spielen, als ob es ein Cup-Match wäre", verspricht Algerien-Teamchef Saadane

Polokwane - Es ist für beide bereits das Schlüsselspiel. Zwei Außenseiter kämpfen Sonntagmittag (13.30 Uhr) in Gruppe C um ihre Chancen auf den Aufstieg ins Achtelfinale der Fußball-WM. Sowohl Slowenien als auch Algerien dürfte in Polokwane nur ein Sieg helfen, um die Gruppenfavoriten England und die USA, die sich bereits am Samstag gegenüberstehen, unter Druck zu setzen. Verlieren scheint auf alle Fälle verboten.

"Wir können es drehen und wenden wie wir wollen. Wir zählen in dieser Gruppe sicher nicht zu den Favoriten", gestand Sloweniens Teamchef Matjaz Kek. "Wir haben keinen Druck, trotzdem sind wir in der Lage, in die nächste Runde einzuziehen." Kek setzt dafür auf ein Team ohne echten Topstar. Prunkstück ist die Verteidigung um Keeper Samir Handanovic von Udinese, der in der gesamten Qualifikation nur vier Gegentore erhalten hatte.

"Gut organisiert, gerne offensiv"

"Wir sind zwar ein sehr gut organisiertes Team, aber wir spielen auch gerne offensiven Fußball", versprach Kek. Der ehemalige GAK-Legionär hatte das mit 2,2 Millionen Einwohnern kleinste Land dieser WM zum zweiten Mal nach 2002 zu einer Endrunde geführt. Die Slowenen haben bisher kein einziges Spiel bei einem internationalen Turnier gewonnen, in der Vorbereitung aber gegen Katar (4:1) und Neuseeland (3:1) ordentlich Selbstvertrauen getankt.

Für die nötigen Tore soll Milivoje Novakovic sorgen. Der Stürmer vom 1. FC Köln, der seine Karriere im österreichischen Unterhaus begonnen hatte, hatte zuletzt gegen Neuseeland zweimal per Freistoß getroffen. "Meine Kollegen haben gesagt, dass ich in Südafrika vier Tore mache. Daran glaube ich auch", steckte sich der 31-jährige Spätstarter hohe Ziele. Vor fünf Jahren hatte Novakovic noch beim LASK gespielt. Davor war er unter anderem für den SAK Klagenfurt, Voitsberg und Mattersburg tätig gewesen.

Mit dem Neo-Kapfenberger Matej Mavric steht auch ein zukünftiger Österreich-Legionär im slowenischen Aufgebot, der Verteidiger dürfte aber nicht der Startformation angehören. In dieser ist Valter Birsa von AJ Auxerre der Spielgestalter, sein Pendant auf Seiten der Algerier Karim Ziani vom VfL Wolfsburg. Kapitän Yazid Mansouri soll überraschend nicht beginnen, die Binde übergab Algeriens Teamchef Rabah Saadane vorerst an Anthar Yahia. Der Bochum-Verteidiger zog sich am Freitag im Training allerdings eine Knöchelverletzung zu.

"Wir werden jedes Spiel spielen, als ob es ein Cup-Match wäre", versprach Saadane, der einzige einheimische Teamchef der sechs afrikanischen WM-Starter. "Wir werden unsere technische Schwäche mit dem Willen kompensieren, den wir schon in der Qualifikation gezeigt haben." Dort hatten die Algerier in einem Entscheidungsspiel im Sudan überraschend Afrika-Meister Ägypten mit 1:0 eliminiert.

Will man bei der ersten WM-Teilnahme seit 1986 in die nächste Runde, ist bereits das Auftaktspiel das Schlüsselspiel. "Wir müssen gewinnen", gestand Portsmouth-Mittelfeldspieler Hassan Yebda. "Und wir werden alles tun, um zu gewinnen." Die Algerier haben bisher noch kein einziges Mal die erste WM-Runde überstanden. Nach einem sensationellen 2:1-Auftaktsieg gegen Deutschland hatte 1982 allerdings nur die "Schande von Gijon" (0:1 zwischen Österreich und Deutschland) deren Aufstieg verhindert.

Geleitet wird das Duell der Außenseiter in Gruppe C von Carlos Alberto Batres aus Guatemala. Der ursprünglich als Referee vorgesehene Chilene Pablo Pozo hatte verletzungsbedingt absagen müssen. (APA/Reuters/AFP)

Algerien - Slowenien (13.30 Uhr, Polokwane, Peter-Mokaba-Stadion, SR Carlos Alberto Batres/Guatemala)

Mögliche Aufstellungen:

Algerien: 16 Chaouchi - 2 Bougherra, 5 Halliche, 4 Yahia/12 Ballaid, 3 Belhadj - 21 Kadir, 8 Lacen, 19 Yebda, 15 Ziani - 10 Saifi, 9 Ghezzal

Ersatz: 1 Gaouaoui, 23 M'Bohli - 14 Laifaoui, 18 Medjani, 20 Mesbah, 6 Mansouri, 7 Boudebouz, 13 Matmour, 17 Guedioura, 22 Abdoun

Fraglich: Yahia

Es fehlt: Djebbour (Fußverletzung)

Teamchef: Rabah Saadane

Slowenien: 1 S. Handanovic - 2 Brecko, 5 Cesar, 4 Suler, 13 Jokic - 17 Kirm, 18 Radosavljevic, 8 Koren, 10 Birsa - 14 Dedic, 11 Novakovic

Ersatz: 12 J. Handanovic, 16 Seliga - 3 Dzinic, 6 B. Ilic, 19 Filekovic, 22 Mavric, 15 Krhin, 20 Komac, 21 Stevanovic, 7 Pecnik, 9 Ljubijankic, 23 Matavz

Teamchef: Matjaz Kek

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