ATX: Leichte Erholung nach Jahrestief

11. Juni 2010, 15:59
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Ein Kommentar von Christoph Schultes aus dem Equity Weekly der Erste Group

Der ATX fiel in dieser Woche kurzfristig unter die 2.200 Punkte-Marke, konnte jedoch einen Großteil seiner Verluste im weiteren Verlauf wieder wettmachen. Vor allem die Finanztitel
brachten den österreichischen Leitindex unter Druck, was vor allem auf die Aussagen ungarischer Politiker zurückzuführen war, die das Erreichen ihres Budgetzieles anzweifelten.
Verlierer der Woche waren jedoch die zyklischen Werte Wienerberger (-7%), Strabag (-5,6%) und RHI (-5,4%), was darauf schließen lässt, dass der Markt von einer erneuten Eintrübung der
Konjunktur ausgeht. Die Kartellstrafe einer Strabag-Tochter in Höhe von EUR 12 Mio., die von der ungarischen Wettbewerbsbehörde ausgesprochen wurde, dürften da wohl nicht ins
Gewicht fallen. Auf der Gewinnerseite standen dieses Mal voestalpine (+4,2%), die sich nach den starken Kursrückgängen der letzten Wochen leicht erholt zeigt, sowie Andritz, die einen
Auftragseingang von EUR 40 Mio. vermelden konnte. Nach einem geringen Anstieg des Ölpreises notierten auch die Ölwerte OMV (+2,4%) und SBO (+3,1%) etwas fester. Ansonsten
waren Unternehmensmeldungen eher Mangelware. Erwähnenswert hier ist die Aussage des Zumtobel-Chefs Sommerer, der für das Unternehmen das Schlimmste der Krise überstanden
sieht.

Fundamental sehen wir den ATX weiterhin als eindeutig unterbewertet an. Das KGV für 2011 berechnen wir aktuell mit 8,3%, die Gefahr deutlicher negativer Gewinnrevisionen, die ein
niedriges KGV rechtfertigen würden, sehen wir derzeit nicht. Dass die Märkte allerdings sehr sensibel auf negative Meldungen reagieren, ist nach den Ereignissen der letzten beiden Jahre
nicht weiter verwunderlich. Eine kurzfristige Gegenbewegung des ATX ist nicht unwahrscheinlich, der seit Mitte April bestehende negative Trend ist jedoch noch intakt.

Internationale Indizes sehen zum Teil besser aus und das lässt uns für die nächste Woche hoffen. Aber heute fängt ohnehin die Fußball-WM an. In diesem Sinne wünschen wir einige
spannende Spiele, die die eine oder andere aktuelle Aktienenttäuschung vergessen lassen.

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