Palästinenser in Ostjerusalem getötet

11. Juni 2010, 15:25
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Sicherheitskräfte zum Freitagsgebet in erhöhter Alarmbereitschaft

Jerusalem - Israelische Grenzsoldaten haben am Freitag einen Palästinenser in Ost-Jerusalem getötet. Der Mann habe mit seinem Auto zwei Soldaten angefahren, sagte ein Sprecher der israelischen Polizei. Ein Grenzschützer sei leicht verletzt worden, der andere "schwerer". Die Soldaten hätten dann auf den Mann geschossen, der zu Fuß geflohen sei und nicht auf Warnschüsse reagiert habe. Der schwerverletzte Palästinenser starb in einem palästinensischen Krankenhaus, wie Ärzte sagten.

Aus Angst vor Unruhen hatte Israel seine Sicherheitskräfte in Jerusalem zum Freitagsgebet in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt. Der Zugang zur Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg wurde muslimischen Männern unter 40 Jahren untersagt.

Die israelische Polizei wird regelmäßig in Alarm versetzt, wenn nach dem muslimischen Freitagsgebet Proteste zu erwarten sind. Seit der blutigen Erstürmung einer Hilfsflotte für den Gazastreifen durch die israelische Armee ist die Lage besonders angespannt. Bei dem Einsatz wurden neun pro-palästinensische Aktivisten getötet.

Israel hatte den Ostteil Jerusalems 1967 im Zuge des Sechs-Tage-Kriegs besetzt und betrachtet die Stadt als unteilbare Hauptstadt. Die internationale Gemeinschaft erkennt die Annexion nicht an. Die Palästinenser wollen das weitgehend arabisch bewohnte Ost-Jerusalem zur Hauptstadt eines künftigen Palästinenserstaates machen. (APA)

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